Zurück zum Glossar

Job Enlargement

 

 

 

Was ist Job Enlargement?

Job Enlargement heißt übersetzt „Arbeitserweiterung“ und ist eine Strategie, die im Bereich der Arbeitsstrukturierung angewendet wird. Dabei wird der Tätigkeitsbereich eines Mitarbeiters, der bisher in seinem Arbeitsbereich beschränkt war, ausgeweitet. Diese Umstrukturierung geschieht horizontal, was bedeutet, dass sich die zusätzlichen Aufgaben auf dem gleichen Anforderungsniveau befinden. In der Regel handelt es sich bei den Tätigkeiten um Arbeitselemente, die ansonsten vor- oder nachgelagert werden, die das Job Enlargement an den regulären Arbeitsprozess angliedert. Durch den Belastungswechsel soll der Arbeitnehmer die Möglichkeit erhalten, sich von einer Tätigkeit zu erholen, ohne die Arbeit einstellen zu müssen. Außerdem werden dadurch Phasen der psychischen und physischen Eintönigkeit vermieden. Dies kann schon durch eine Abwechslung zwischen sitzenden und stehenden Tätigkeiten erfolgen.

 

Was ist Job Enrichment?

Beim Job Enrichment, also der Arbeitsbereicherung, wird die bisherige Tätigkeit des angestellten ebenfalls erweitert. Dies erfolgt allerdings im vertikalen Sinn, also durch Arbeitsumfänge, die sich auf einem höheren Anforderungsniveau befinden. Durch Weiterbildungsmaßnahmen ist der Mitarbeiter in der Lage, eigenverantwortliche Arbeiten in höherem Maße durchzuführen. Job Enrichment gestaltet die berufliche Tätigkeit des Arbeitnehmers verantwortungsvoller und interessanter. Er entwickelt fachübergreifende Kompetenzen, dabei werden Planungs- und Kontrollaufgaben dezentralisiert. Lernprozesse werden am Arbeitsplatz gefördert und ergänzen dadurch die formelle Weiterbildung im Sinne von Coachings und Trainings. Die Aufgaben sollten so gestaltet werden, dass sie persönlichkeitsförderlich sind. Das bedeutet, den Entscheidungs-, Kontroll- und Handlungsspielraum zu erhöhen. Das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und Autonomie des Mitarbeiters wird dadurch stärker befriedigt. Dadurch steigen Arbeitszufriedenheit, Motivation und letztendlich auch die Leistung.

 

Welche Einsatzgebiete gibt es?

Job Enlargement kommt im Rahmen des Wissensmanagements zur Anregung von Lernprozessen am Arbeitsplatz zum Einsatz. Es wird auch häufig in Gruppenarbeiten eingesetzt und ist generell ein Bestandteil lernender Organisation. Da dies eine horizontale Umstrukturierungsmaßnahme ist, werden für die ergänzenden Tätigkeiten, abgesehen von einer kurzen Einarbeitung, nur selten zusätzliche Fähigkeiten benötigt. In den meisten Fällen geht es eher darum, den Zuständigkeitsbereich zu vergrößern um Abwechslung im Arbeitsalltag zu ermöglichen. Genannt wird dieser Prozess Job Rotation und findet in vielen Unternehmen Anwendung. Ein Beispiel aus dem Einkauf ist ein Angestellter, der nun nicht mehr nur für das Schreiben von Bestellungen zuständig ist, sondern auch Daten aktualisieren und Angebote einholen soll. Ein anderes Beispiel ist der Lagerverwalter, dessen Aufgabe bisher darin bestand, den Lagerbestand zu verwalten und Listen zu führen. Beauftragt man ihn nun zusätzlich damit, bei Materialknappheit neue Ware zu bestellen, erweitert man seinen Tätigkeitsbereich durch eine Aufgabe, die in die andere greift.

 

Welche Vorteile bringt das Job Enlargement?

Durch das Job Enlargement gestaltet sich der Arbeitsalltag des Angestellten spannender und abwechslungsreicher. Hierdurch soll Monotonie vorgebeugt und die Zufriedenheit erhöht werden. Das Leistungsvermögen und die Flexibilität des Arbeitnehmers erhöhen sich und er kann sich beruflich weiterentwickeln. Das Unternehmen profitiert von einer verbesserten Personalplanung und Mitarbeitern, die flexibel einsetzbar sind. Es lassen sich zudem negative Erscheinungen wie Fehlzeiten, Leistungsabfall und Fluktuation bekämpfen. Stößt die Umstrukturierungsmaßnahme an ihre Grenzen, sind unter Umständen zusätzliche Weiterbildungsangebote erforderlich. Um eine Überlastung des Arbeitgebers zu vermeiden, sollte das Job Enlargement im Vorfeld mit der Gewerkschaft beziehungsweise dem Betriebsrat besprochen werden. Bei zusätzlichen Belastungen, etwa durch häufig wechselnde Tätigkeiten oder veränderte Arbeitszeiten, muss eine Gefährdungsbeurteilung eingeholt werden.