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Executive Search

Executive Search, im deutschen Sprachraum auch „Direktsuche“ genannt, bezeichnet unterschiedliche Dienstleistungen, die bei der Besetzung von offenen Stellen in Führungspositionen eines Unternehmens angeboten werden. Schon im frühen 20. Jahrhundert entwickelten sich die Vorläufer dieser Dienstleistung, die inzwischen zu einer eigenständigen Branche geworden ist. Executive Search kommt dann zum Einsatz, wenn Top-Führungskräfte oder außergewöhnliche Spezialisten gesucht werden, die nicht über reguläre Stellenanzeigen zu finden sind.

 

Diese Kontaktarten sind besser für Positionen geeignet, bei denen mit einer größeren Anzahl von Kandidaten gerechnet wird. Die zuständigen Personalberater werden Executive Search Consultants oder Headhunter bezeichnet. Sie sind in der Direktansprache tätig und tragen die Verantwortung, die Führungspositionen im leitenden Management ihrer Mandanten zu besetzen. Dazu werben sie geeignete Mitarbeiter von der Konkurrenz ab. Da das direkte Abwerben dem Mandanten in rechtlicher Hinsicht nicht möglich ist, sind die Consultants als Mittler zwischen den Parteien tätig.

 

Wie setzt man Executive Search ein?

Die Personalberatung wird von einem Unternehmen, dem Klienten, dazu beauftragt, einen geeigneten Kandidaten zu finden, der zu einem spezifischen Branchen- und Erfahrungsprofil passt. Der Executive Search Consultant leitet dann bestimmte Maßnahmen ein, um qualifizierte Kandidaten zu identifizieren, die sich für Spezialistenfunktionen oder Führungsaufgaben eignen. Dazu stellt er eine Liste von Zielunternehmen zusammen und baut eine Datenbank von potentiell interessanten Kandidaten auf. Nachdem die Kandidatenliste zusammengestellt wurde, ermittelt der Researcher in der Regel die geschäftliche Telefonnummer des Kandidaten. Dieser wird gezielt angesprochen, um ihm Detailinformationen über die zu besetzende Stelle zukommen zu lassen.

Während des Telefonats hat der Consultant die Aufgabe, möglichst detaillierte Informationen über den Kandidaten zu erhalten, wie etwa zum Lebenslauf, Qualifikationen, dem Verantwortungsbereich aber auch zur persönlichen Lage. Besteht auf beiden Seiten ernsthaftes Interesse, findet ein persönliches Gespräch, auch Interview genannt, statt. In einem vertraulichen Bericht fasst der Consultant die Ergebnisse dieses Interviews zusammen. Erweist sich ein Kandidat als geeignet, wird er dem Unternehmen vorgestellt. In manchen Fällen erfolgt die Entscheidung bereits im Anschluss an das Telefongespräch. Wenn eine Einigung mit dem potentiellen Arbeitgeber erfolgt ist, kann der Kandidat die Stelle antreten.

Ein kompletter Ablauf im Executive Search kann drei bis vier Monate in Anspruch nehmen. Die beauftragte Personalberatung wird vom suchenden Unternehmen bezahlt, häufig mit einem Drittel des Jahresgehalts des vermittelten Arbeitnehmers. Neben den klassischen Headhuntern gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit, Online-Recruiter oder Karriereportale zu nutzen und bei erfolgreicher Vermittlung Prämien zu zahlen.

 

Wer kann Executive Search nutzen?

Executive Search kann von jedem Unternehmen genutzt werden, das Führungspositionen besetzen muss oder nach besonderen Spezialisten sucht. Da es aus gesetzlichen Gründen einer Firma untersagt ist, Mitarbeiter der Konkurrenz direkt abzuwerben, tritt eine Personalberatung als Mittler ein. In Deutschland können seit 1994 Headhunter bzw. Consultants oder Researcher unbeschränkt tätig sein. Zuvor befand sich Consulting in der Direktansprache in einer rechtlichen Grauzone. Ein Erstkontakt per telefonischer Ansprache am Arbeitsplatz ist zwecks Abwerbung von Mitarbeitern erlaubt. Dies wird als Teil des freien Wettbewerbs interpretiert. Das Ersttelefonat sollte jedoch möglichst kurz gehalten und das Gespräch in einem privaten Rahmen fortgeführt werden. Eine entsprechende Werbeagentur kann hier unterstützend tätig werden.

 

Welche Beispiele gibt es?

Modelle im Executive Search unterscheiden sich häufig bezüglich der Honorar-Modalitäten. Beim sogenannten Retained Search findet die Suche auf Basis eines Festhonorars statt. Üblicherweise wird dieses in 3-4 Monatsraten gezahlt. Kleine Unternehmen vereinbaren gelegentlich „Projektmeilensteine“, an denen die Zahlung erfolgt. Der Contingency Search ist im Markt weniger hoch angesehen. Hierbei agiert das Unternehmen rein auf Erfolgsbasis. Dieses Modell ist eher im angelsächsischen Raum verbreitet. Im Jargon der Branche wird die anzeigengestützte Suche „Selection“ genannt. Auch hier ist das Honorar oft abhängig vom Erfolg.

Dazu kommen noch die Inseratskosten der Anzeigenmedien, die dem Auftraggeber ebenfalls in Rechnung gestellt werden. Für den Executive Search Markt relevant sind einerseits die International Players, andererseits die nationalen Größen. Die Unternehmen der ersten Gruppe können unterschieden werden in börsennotierte Unternehmen, private Partnerschaften sowie unabhängige Landesgesellschaften. Nationale Größen sind innerhalb einer Region oder eines Landes sehr gut positioniert, jedoch international kaum oder gar nicht präsent. Sie schließen sich einem internationalen Netzwerk an, bleiben aber wirtschaftlich und rechtlich unabhängig. Während die weltweit tätigen International Players viele unterschiedliche Kunden betreuen, sind die kleineren Unternehmen häufig auf fachliche oder geographische Teilmärkte spezialisiert und bieten oft ergänzende Dienstleistungen an.