Recruiting via Snapchat – 3 Best-Practice Beispiele

  • 17. Januar 2017
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Snapchat – für Jugendliche das nächste große Ding, für die Älteren oft ein großes Mysterium. Doch gerade dieser Trend kann auf kreative Weise einer authentischen Recruitement Strategie nützen.

 

150.000.000 täglich aktive Nutzer weltweit. Ein Drittel davon in Europa. Mehr als die Hälfte der Nutzer ist zwischen 16 und 24 Jahre alt. Eines der wertvollsten Startups mit einem geschätzten Wert von 17,8 Milliarden Dollar. Die nackten Zahlen von Snapchat sind beeindruckend. Hier ist etwas entstanden, was den Nerv der Jugend trifft. Da liegt es nah, dass sich diverse Firmen den Trend zunutze machen wollen. Eine Strategie ist es Snapchat als kreatives Medium für die Rekrutierung der jungen Zielgruppe zu nutzen.

 

First things first: Was ist Snapchat?

Snapchat ist ein Messenger wie WhatsApp, ein soziales Netzwerk wie Instagram, und eine Videoplattform wie YouTube in einem. Nutzer teilen über eine App Videos und Fotos, die sie innerhalb der App kreativ mit diversen Filtern und Gimmicks bearbeiten können, mit Freunden. Das Besondere: Bilder und Videos sind nur einmal und nur für wenige Sekunden zu sehen. So entstehen authentische Momentaufnahmen. Freunde und Follower können dabei sein. Eine Ausnahme von der kurzen Halbwertszeit machen sogenannte „Stories“: Das sind chronologisch abrufbare Bild- oder Videofolgen, die 24 Stunden verfügbar sind. Dabei ist Snapchat ein eher intimes Netzwerk. Es gibt keine öffentlichen Profile, man benötigt die individuellen Kontaktdaten, um einer speziellen Person folgen zu können. Das heißt, wenn Firmen sich Publikum auf Snapchat erschließen wollen, tun sie dies meist über andere Kanäle. Ein Beispiel ist „Fanta“. Um ihren Snapchat-Account in die Welt zu bringen, haben sie eine Plakatkampagne unternommen haben. McDonalds nutzte die Snapchatkünste der Youtube-Größe „Bullshit TV“ als Influencer, um auf den eigenen Kanal aufmerksam zu machen.

 

3 Best-Practice Beispiele

Wie also kann dieser neue Kanal von Firmen genutzt werden, um eine junge Zielgruppe von sich als Arbeitsgeber zu überzeugen? Der Schlüssel ist die Authentizität: Snapchat bietet keine Upload-Funktion, das heißt alle Bilder die veröffentlicht werden, müssen mit der App aufgenommen sein und können auch nur innerhalb der App bearbeitet werden. Anders als Instagram, wo Bilder zum Teil stark professionell bearbeitet werden, lebt Snapchat von der Spontanität und nicht von der Perfektion. So kann Snapchat als Fenster in das Unternehmen genutzt werden, um Arbeitsumgebung, Arbeitsalltag und, am wichtigsten, das Arbeitsklima authentisch darzustellen. Von dem Punkt an können gewiefte Personaler das Personalmarketing weiter denken, um potentielle Bewerber zu locken, auszuwählen oder mit ihnen in Kontakt zu treten. Hier sind einige Beispiele von Firmen, die damit experimentiert haben.

 

  1. Authentische Einblicke: MailChimp

Jedes Unternehmen behauptet, dass bei ihnen ein gutes Arbeitsklima herrscht. Das soll meist in hervorragend geplanten, und möglichst ungestellten Image-Videos transportiert werden. Mit Snapchat geht das auch, nur spontan und ungefiltert, und damit ernsthaft authentisch. Mailchimp (eine E-Mail Marketing Plattform) nutzte in den Vereinigten Staaten den neuen Kanal und präsentierte sein Team bei der Teilnahme einer Parade im Park. Live. Ungefiltert. Ungeschnitten. Auf diese Weise kann wesentlich mehr vom positiven Teamspirit transportiert werden, als durch perfekte Planung. Das macht die Arbeitgebermarke attraktiver für neue Kandidaten.

 

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  1. Events begleiten: Rewe

Immer wichtiger wird bei der derzeitigen Arbeitsmarktsituation das Ausbildungsmarketing. Da immer mehr Jugendliche lieber studieren wollen und ein großes Überangebot an Ausbildungsstellen besteht, werben kleine wie große Unternehmen um Auszubildende. Snapchat kommt da gerade richtig, denn das Kriterium Nummer 1 für viele Jugendliche bei der Auswahl ihrer Ausbildung ist: Spaß. Das neue Soziale Netzwerk bietet genau das. Mit der Spontanität und witzigen Funktionen kann der Spaßfaktor hervorragend transportiert werden und trifft exakt die Zielgruppe.

 

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Die Rewe Group hat sich das neue Tool zunutze gemacht. Die Personaler haben mit Snapchat Recruiting Events begleitet, live die Einführung von 2.000 Azubis „gesnappt“ und selbst die Personalleitung hat Fragen der Community beantwortet. So kommt man auf Tuchfühlung mit der Zielgruppe und stärkt die Arbeitgebermarke als jugendaffines Unternehmen.

 

  1. Teste deine Bewerber: buddybrand

Personaler die es wirklich ernst meinen mit dem Snapchat-Recruitement, können auch einen Schritt weiter gehen und den Bewerbungsprozess direkt über Snapchat laufen lassen. Dies kommt selbstverständlich nicht für jede Firma und nicht für jede Position in Frage. Für eine Kreativagentur, wie buddybrand, auf der Suche nach einem Creative Director ist das neue Soziale Netzwerk ein experimenteller, kreativer Weg. Seit dem 20. Juni werden immer wieder Herausforderungen an potentielle Bewerber gesnappt: Zeige uns deinen peinlichsten Moment; Zeige uns wie du lebst und arbeitest. So kann ein kreativer Kanal von Personalern mit kreativen Ideen genutzt werden, um kreative Köpfe auf sich aufmerksam zu machen.

 

Innovativer Kanal, wenn man sich darauf einlässt

Snapchat ist sehr neu, mit einer jungen Zielgruppe und ist etwas kompliziert in der Benutzung. Dennoch kann sich der Einsatz für das Recruitement lohnen, wie die Beispiele zeigen. Man sollte jedoch beachten, dass es innerhalb von Snapchat schwierig nachzuvollziehen ist, welche Reichweite tatsächlich erzielt wird. Wer sich dennoch dafür interessiert braucht spezielle Dienstleister wie beispielsweise Snaplytics. Wichtig ist es daher sich erst ein Publikum für seine Snaps zu erschließen, zum Beispiel über Plakataktionen oder indem ein Influencer den firmeneigenen Snapchataccount übernimmt. Ist einmal die Reichweite da, erweist sich Snapchat als ein kreatives, authentisches und spaßiges Werkzeug im Recruitement-Prozess. Dabei sollte man die Hauptcharakteristik von Snapchat im Blick behalten: Authentizität. Was heißt das für die Recruiting-Kampagne? Zu perfekt ist langweilig.

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