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WhatsApp Marketing – Werbung via Instant Messenger

Soviel steht fest: An Social Media Marketing kommt heute kein Unternehmen mehr vorbei. Egal, ob es auf seine Dienstleistungen, Produkte oder offene Stellen aufmerksam machen will. Allerdings denken die meisten dabei an Kanäle wie Facebook oder Twitter. Doch es gibt einen „Newcomer“, dem Potenzial nachgesagt wird. Immer mehr Unternehmen machen Werbung über Instant Messenger wie WhatsApp. Was beim WhatsApp Marketing zu beachten ist.

 

 

WhatsApp: Reichweite, Reichweite und nochmal Reichweite

Die Reichweite von WhatsApp spricht für sich. Es gibt kaum jemanden, der nicht auf dem Kanal vertreten ist und mit der Familie, Freunden und Bekannten chattet. Die Messenger-App wird in Deutschland von fast jedem zweiten Bundesbürger genutzt. Unglaubliche 37 Millionen Menschen verschicken über den Messenger Tag für Tag Kurzmitteilungen, Bilder oder Videos. Das entspricht immerhin 63 Prozent aller deutschen Internetnutzer.

Nur allzu logisch, dass das Thema WhatsApp Marketing damit zunehmend in den Fokus werbender Unternehmen rückt. Denn nicht nur in Sachen Reichweite kann sich der Messenger-Dienst längst mit anderen sozialen Netzwerken messen. Hinzu kommt: Wer Werbung über einen Instant Messenger macht, wird besser von einem potenziellen Kandidaten oder Kunden wahrgenommen. Er versendet schließlich Direktnachrichten und läuft damit nicht Gefahr, mit seiner Botschaft in einem unübersichtlichen Stream unterzugehen.

 

Mindestens 2 gute Gründe für WhatsApp Marketing

Aus statistischer Sicht gibt es aber noch mindestens 2 weitere gute Gründe, auf WhatsApp Marketing zu setzen:

  1. User von Messenger Diensten haben nachweislich eine hohe Bereitschaft, mit Unternehmen zu interagieren, bestätigt eine Nielsen-Umfrage. 67 Prozent der User von Messenger-Apps rechnen damit, den Chat immer häufiger zur Kommunikation mit Unternehmen zu nutzen.
  2. 53 Prozent der Befragten würden sogar eher bei einem Unternehmen Kunde werden, dem sie direkte Nachrichten schicken können. Ähnliches gilt auch für Bewerber. Auch sie bewerben sich erfahrungsgemäß eher bei einem Arbeitgeber, mit dem sie in regem Austausch stehen.
  3. Unterstützung sollte man sich immer durch eine erfahrene Social Media Agentur suchen

 

Besonders gut stehen die Chancen auf hohe Interaktionsraten über WhatsApp, wenn die Zielgruppe jung ist, wie das Pew Research Center herausgefunden hat. Demzufolge benutzen 42 Prozent aller Smartphone-Besitzer zwischen 18 und 29 Jahren einen Instant-Messenger-Dienst regelmäßig. Das gilt aber nur für jeden Fünften, der bereits seinen 50. Geburtstag gefeiert hat. Ergo eröffnet WhatsApp Marketing insbesondere Arbeitgebern oder Unternehmen, die die Vertreter der Generationen Y und Z ansprechen wollen, beste Möglichkeiten, dort für sich zu werben.

 

Eie lassen sich Messenger Apps im Marketing einsetzen?

Doch wie lassen sich Messenger Apps im Marketing einsetzen? Pinzipiell bietet der Dienst folgende Funktionen:

  • Über den Messenger chatten oder telefonieren Nutzer über ihre Internetverbindung am Smartphone.
  • Nach der Installation der Messenger-App, erkennt der Dienst automatisch, welche Kontakte im Telefonbuch ebenfalls WhatsApp nutzen.
  • Diese landen in einer übersichtlichen Kontaktliste.
  • Wer mit einer Person chatten möchte, klickt sie in der App an. Es öffnet sich ein Dialogfenster, über das sich Nachrichten, Bilder oder Bewegtbilder verschicken lassen.
  • Außerdem können Nutzer bei „WhatsApp“ auch mit mehreren Nutzern gleichzeitig kommunizieren. In Gruppen-Chats mit bis zu 256 Kontakten.
  • Ähnlich wie Instagram, Snapchat oder Facebook gibt es bei WhatsApp eine Status-Funktion, mit der sich Fotos, Videos oder GIFs teilen lassen. Nach 24 Stunden verschwinden die kurzen Clips wieder.

 

Potenzielle Werbetools: Mit Vorsicht zu genießen

Um potenzielle Kunden oder Bewerber zu erreichen, müssen Marketeers im WhatsApp Marketing bislang allerdings Kompromisse eingehen. Der Messenger Dienst selbst bietet aktuell keine dezidierten Werbe-Tools für größere Unternehmen an. Es gibt aber Funktionen externer Anbieter wie instantKOM, WhatsATool oder MessengerPeople, die kostenpflichtig sind. In den Business-Versionen gibt es Features wie:

 

  • Web–Widgets
  • Tags
  • URL-Shortener
  • Redaktionsplanung
  • Statistiktools

 

Das können die Tools leisten:

  1. Über ein Widget lässt sich der Messaging-Service einfach in den Webauftritt eines Unternehmens oder Arbeitgebers integrieren.
  2. Nutzer melden sich darüber an und hinterlegen ihre Kontaktdaten. Dann erhalten sie die News des Unternehmens direkt auf ihr Smartphone.
  3. Über die Online-Tools steuern Unternehmen Nachrichten.

 

Click to Chat-Link von WhatsApp

Es geht aber auch ohne Hilfe eines externen Tools. Auch WhatsApp selbst ermöglicht die Integration eines so genannten Click to Chat-Links in die Unternehmens-Website. Er kann auch in die E-Mail-Signatur oder in Social Media-Auftritte eingebunden werden.

Das Prinzip ist ähnlich wie bei den kostenpflichtigen Tools. Nutzer klicken den Link an, hinterlegen ihre Daten und das Unternehmen kann mit ihnen kommunizieren. Aber: Die Zahl der angeschriebenen User ist im Gegensatz zu kostenpflichtigen Tools auf 256 Personen beschränkt und eine Redaktionsplanung unterstützt WhatsApp auch nicht oder nur eingeschränkt.

 

 

Tipp für WhatsApp Marketing Neueinsteiger

Tipp: Für einen ersten Versuch in Sachen WhatsApp Marketing reicht das aber allemal. Zumal WhatsApp selbst nicht viel von den Tools der Drittanbieter hält. Der Dienst hat schon mit der Sperrung von WhatsApp-Konten und -Gruppen reagiert, wenn diese darüber gesteuert wurden. Das muss nicht so kommen, kann es aber.

Die gute Nachricht: Aus Expertenkreisen ist zu hören, dass WhatsApp selbst bereits an Marketing-Tools bastelt. Eine erste Lösung für gibt es auch schon: WhatsApp Business. Das ist eine Android-App, die kostenlos heruntergeladen werden kann und speziell für Eigentümer von Kleinunternehmen entwickelt wurde.

Die App macht die Kommunikation mit Kunden durch Tools zum Automatisieren, Sortieren und schnellen Beantworten von Nachrichten leichter. Eine Lösung für größere Business-Kunden fehlt allerdings noch.

 

Tipps für die Kommunikation über WhatsApp

Der Einstieg ins WhatsApp Marketing ist gemacht? Dann sollten noch einige wichtige Punkte bei der Kommunikation über WhatsApp beachtet werden:

  • Die Inhalte müssen zur Zielgruppe passen.
  • Das setzt eine Zielgruppenanalyse und einen passgenauen Redaktionsplan voraus.
  • Nur, wenn die Inhalte die angesprochenen Kunden oder Bewerber emotional berühren und diese bei ihren Interessen abholen, besteht die Chance auf eine Reaktion: Den Kauf eines Produkts oder eine Bewerbung.
  • Anwender müssen bei der Kommunikation über Messenger-Dienste stets mit einer hohen Zahl von Antworten rechnen: Wer WhatsApp-Aktionen plant, sollte also ausreichend Personal zum Beantworten der Nachrichten parat stehen haben.

 

Best Practice: WhatsApp Marketing wirkt

Dass WhatsApp Marketing durchaus wirken kann, zeigt das Beispiel der brasilianischen Niederlassung des Mayonaiseherstellers Hellmann’s. Dieser wollte erreichen, dass die weiße Creme von der Zielgruppe stärker beim Kochen eingesetzt wird. Das Unternehmen lud also die Besucher seiner Homepage zu WhatsApp Stream ein.

Die Teilnehmer wurden dann über WhatsApp mit echten Küchenchefs vernetzt, die aus Hellmann’s-Mayonnaise und den anderen Produkten im Kühlschrank ein Rezept kreierten. Die Köche halfen den Nutzern dann auch noch dabei, das Gericht zuzubereiten – mit Bildern, Videos und anderen WhatsApp-Funktionen. Das Ergebnis kann sich mit mehr als 13.000 Teilnehmern, die im Schnitt 65 Minuten lang chatteten durchaus sehen lassen. Das ist Markenstärkung in Reinkultur.