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Training on the Job – Einstieg und Aufstieg durch gezielte Personalentwicklung

Training on the Job: Dieser Begriff ist immer häufiger in Stellenanzeigen zu lesen – Unternehmen suchen im Stellentitel nach so genannten Trainees. Dahinter kann eine Art Ausbildung nach dem Studium stecken. Innerhalb eines Jahres lernen angehende Führungskräfte, worauf es in ihrem Job ankommt. Das aber nicht hochtheoretisch in Seminaren, sondern direkt am Arbeitsplatz. Das ist aber nur ein Modell des Trainings on the Job – es gibt noch viele weitere Formen.

 

 

Training on the Job ist nicht auf bestimmte Wirtschaftsbereiche begrenzt. Die Bandbreite der ausgeschriebenen Stelleninserate für Trainees ist riesig. Gesucht werden Mitarbeiter im Ressourcencontrolling, im Bereich Business Intelligence, in der Personalentwicklung, in der kaufmännischen Steuerung, in der Beratung und, und, und. Das zeigt, wie flexibel Training on the Job eingesetzt werden kann.

 

An wen wendet sich Training on the Job?

Oft wendet sich ein Training on the Job an Hochschulabsolventen, die innerhalb eines Jahres in einer Firma auf die betriebliche Praxis vorbereitet werden sollen. Meist handelt es sich dabei um Führungskräftenachwuchs, der nach und nach in das Einmaleins des Managements und der Personalführung eingeführt wird.

Training on the Job hat aber viele Gesichter. Es findet auch Anwendung bei der klassischen dualen Ausbildung junger Fachkräfte, die durch diesen Mix aus schulischem und betrieblichem Lernen einen Beruf von der Pike auf lernen. Immer stärker findet das Modell auch bei universitären Studiengängen Anwendung, in die zunehmend Praxisphasen wie Praxissemester oder Praktika integriert sind.

 

Was ist Training on the Job? Eine Definition

Doch was heißt das nun konkret? Was ist Training on the Job genau? Training on the Job kann auch als Lernen am Arbeitsplatz bezeichnet werden. Im Gegensatz zum sehr theoretischen Lernen an der Uni, in Seminaren oder in Weiterbildungen setzt Training on the Job auf die Vermittlung von Wissen im unmittelbaren Arbeitsumfeld.

Neue Fähigkeiten werden von dem Lernenden entweder selbst erschlossen oder durch einen Mentor demonstriert und danach von dem Trainee direkt angewandt, trainiert und langfristig gefestigt.

 

Wie funktioniert Training on the Job?

Dem Lernenden wird aber tatsächlich in der Regel ein Mentor oder Coach beiseite gestellt, der ihm die betrieblichen Aufgaben zunächst erklärt und ihm nach und nach mehr Verantwortung überträgt. Ergänzende interne oder externe Seminare oder Fortbildungen können das Training on the Job flankieren, das müssen sie aber nicht.

Training-on-the-Job basiert damit weitgehend auf den Prinzipien des Learning by Doing. Zunächst gilt es, den Lernenden an das jeweilige Thema, das er künftig bearbeiten soll, grundlegend heranzuführen.

 

Anfangs wird der Trainer viel erklären:

  • Unternehmensziele
  • Abteilungsziele
  • Arbeitsabläufe
  • EDV-Programme
  • Kooperation mit Kollegen

 

Nach und nach gewinnt der Trainee bei den einzelnen Aufgaben immer größere Sicherheit und erledigt sie zunehmend selbstständiger. Der Anleitende fungiert dabei aber immer als Kontrollinstanz, die die erledigten Aufgaben mit dem Trainee bespricht und sie bewertet. Unterlaufen dem Trainee Fehler, ist der Anleitende in der Lage, sofort korrigierend einzugreifen. Erst nach der Behebung aller Fehler gibt er die Arbeit frei.

Der Trainer kann auf diese Weise überprüfen, ob der vermittelte Stoff bei dem Lernenden angekommen ist und verinnerlicht wurde. Ist dies nicht der Fall, setzt er gezielt an den „Problemzonen“ an und erläutert die einzelnen Aufgaben und Schritte nochmals en Detail.

 

Die Vorteile

An diesem Punkt der Ausbildung hat der Trainee die Chance, offene Fragen mit dem Ausbilder zu klären und sein Wissen so nach und nach zu verfestigen. Dieses Prozedere kommt für jede einzelne Aufgabe so oft zur Anwendung, bis der Trainee zuverlässig in der Lage ist, die jeweiligen To Do‘s zuverlässig selbst zu bearbeiten. Meist folgt das Training on the Job einem klaren Einarbeitungsplan.

 

Training on the Job vereint die folgenden Vorteile auf sich:

 

  • Die Ausbildung erfolgt nah an der Praxis.
  • Neu erworbenes Wissen kann direkt umgesetzt werden.
  • Während der Weiterbildung besteht enger Kontakt zum Tagesgeschäft und den Kollegen, das sorgt für ein besseres Verständnis untereinander und ein optimiertes Wir-Gefühl.
  • Training on the Job lässt sich relativ kostengünstig umsetzen.
  • Es lassen sich betriebsspezifische Inhalte vermitteln, für die es keine spezifischen Schulungen oder Trainings gibt.

 

Welche Formen gibt es?

Training on the Job kann, muss aber nicht ausschließlich in einem eins-zu-eins-Coaching durch ein und denselben Trainer bestehen. Es gibt verschiedene Formen des Trainings on the Job, die sich in Unternehmen etabliert haben.

 

Dazu gehören:

  • Job Rotation: Der Trainee wechselt den Arbeitsplatz regelmäßig, um die verschiedenen Bereiche seines Arbeitgebers genauer kennenzulernen. Diese Methode kennt man zum Beispiel aus der betrieblichen Ausbildung.
  • Job Enlargement: Dem auszubildenden Mitarbeiter werden mit zunehmender Erfahrung zusätzliche Aufgaben übertragen, die er nach einer kurzen Einführung eigenständig bearbeiten soll. Auf diese Weise wird die Verantwortung des Auszubildenden sukzessive gestärkt und die Motivation erhöht.
  • Job Enrichment: Diese Methode des Trainings on the job wird häufig bei dem Aufbau von Führungskräften angewandt. Hier wird der Mitarbeiter angeleitet, vorübergehend neue Aufgaben zu übernehmen, die mehr Verantwortung als seine bisherigen Tätigkeiten beinhalten. Beispielsweise kann er die Urlaubsvertretung des Abteilungsleiters übernehmen und erste Praxiserfahrungen sammeln.
  • Projektarbeit: Im Verlauf der Aus- oder Fortbildung wird der Trainee für eigenständige Projekte freigestellt, die nicht nur einen Lerneffekt bringen, sondern auch im Tagesgeschäft des Betriebs hilfreich sein können.

 

Welche Nachteile gibt es?

Ausschließliches Training on the Job hat zwar viele Vorteile, es gibt aber auch Kritik an dem Format. Diese zum Beispiel:

 

  • Dem Trainee wird zu wenig theoretisches Hintergrundwissen vermittelt.
  • Es fehlt der Blick über den Tellerrand und der Austausch mit anderen Lernenden – alle Maßnahmen werden im eigenen Unternehmen vermittelt.

 

In der Praxis findet ein ausschließliches Training on the Job aber nur höchst selten statt. Gerade, wenn es sich um ein langfristig angelegtes Programm handelt, wird das Praxistraining – wie eingangs bereits erwähnt – meist um theoretische Bestandteile ergänzt. Man spricht in einem solchen Fall dann streng genommen nicht mehr von einem Training on the Job, sondern von einem Training near the Job.