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Recruiting

 

 

 

Was ist Recruiting?

Recruiting ist ursprünglich ein Begriff aus dem Bereich des Militärs und bezeichnet den Vorgang, neue Soldaten zu rekrutieren. In der Geschäftswelt werden damit alle Prozesse zusammengefasst, die dazu dienen, Personal zu beschaffen. Modernes Recruiting erfolgt heutzutage häufig mit Hilfe von elektronischen Medien. Dadurch lassen sich bei der Suche nach geeigneten Kandidaten Zeit und Aufwand sparen. Um Recruiting professionell zu betreiben, stehen Headhunter oder professionalisierte Agenturen zur Verfügung. Diese treten als Mittler zwischen dem Arbeitgeber und den potentiellen Arbeitnehmern auf und stellen den Kontakt zwischen beiden Parteien her. Der Prozess des Recruitings umfasst in der Regel fünf Phasen. Zuerst wird ein Anforderungsprofil der zu besetzenden Position erstellt, welche im Anschluss ausgeschrieben wird. Danach findet die Suche nach geeigneten Kandidaten statt. Gibt es eine hinreichende Auswahl an Bewerbern, werden diese im dritten Schritt genauer untersucht und in einem Vorstellungsgespräch geprüft. In der vierten Phase erfolgen dann die Unterbreitung des Jobangebots und die Einstellung. In der letzten Phase fünf werden die neuen Mitarbeiter in das Unternehmen integriert und Informationen ausgetauscht.

 

Welche Formen gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen externem und internem Recruiting, also Maßnahmen, die auf Kandidaten außerhalb sowie innerhalb des Unternehmens zielen.
Externes Recruiting lässt sich noch weiter ausdifferenzieren nach aktivem und passivem Recruiting. Der aktive Ansatz umfasst solche Methoden, die gezielt nach Mitarbeitern suchen und diese direkt ansprechen. Dies kann zum Beispiel über klassische Stellenanzeigen oder Anzeigen in Online-Jobbörsen geschehen. Social Recruiting, also die Suche über soziale Netzwerke wie Facebook, YouTube oder Twitter, ist eine Maßnahme, die sich wachsender Beliebtheit erfreut. Auf Recruitingveranstaltungen können Unternehmen oder Personalservices mit den potentiellen Angestellten persönlich in Kontakt treten. Passives Recruiting beinhaltet einerseits das Bearbeiten von Initiativbewerbungen, andererseits den eigenen Talent-Pool, der aufgebaut und gepflegt werden muss.

Durch sogenanntes Employer Branding, also die Stärkung der Marke als Arbeitgeber, macht sich das Unternehmen auf dem Bewerbermarkt attraktiver. Beim internen Recruiting zielt der Arbeitgeber darauf ab, Mitarbeiter aus den eigenen Unternehmensstrukturen zu generieren. Dies geschieht beispielsweise durch eine innerbetriebliche Stellenausschreibung. Hier wird nach bereits eingestellten Arbeitnehmern gesucht, die sich für eine vakante Stelle eignen. Ähnlich funktioniert auch die Variante der Versetzung, bei der qualifizierte Mitarbeiter an eine andere Stelle im Unternehmen versetzt werden. Bei der Personalentwicklung werden Mitarbeiter durch Weiterbildungs- und Fördermaßnahmen schon im Vorfeld für freiwerdende Positionen qualifiziert.

 

Wer kann Recruiting nutzen?

Recruiting ist, in unterschiedlichem Ausmaß, sowohl in kleinen als auch mittleren und großen Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der Personalwirtschaft. Kleine Unternehmen und Startups setzen mangels größerer finanzieller Ressourcen oftmals kein umfassendes Recruitingmanagement, sondern vielmehr einzelnen Maßnahmen ein, die Kosten sparen und trotzdem effektiv sind. Größere Unternehmen profitieren vom Einsatz eines Bewerbermanagementsystems, mit dem sich die komplexen Recruitingprozesse organisieren und strukturieren lassen. Ein wirksames Recruiting ist eine der Grundvoraussetzungen, um auf dem Arbeitsmarkt und im „War for Talents“ zu bestehen.

 

Welche Beispiele gibt es?

Ein klassisches Beispiel für Recruiting ist die Personalbeschaffung über Jobbörsen. Zusätzlich zu Stellenanzeigen in lokalen Zeitungen und anderen Printpublikationen existieren zahlreiche Jobbörsen im Internet. Während sich auf den größten Plattformen besonders viele Menschen erreichen lassen, eignen sich Anzeigen in Fachzeitschriften oder spezialisierte Jobbörsen besser zum Finden von speziellen Fachkräften. Viele Kandidaten nutzen inzwischen die Website oder Karriereseite eines Unternehmens zur Jobsuche. Diese sind daher das digitale Aushängeschild des Arbeitgebers. Immer attraktiver werden auch die Möglichkeiten des Social und Mobile Recruitings. Über eine eigene Facebook-Seite und entsprechende Postings im Social Web kann das Unternehmen vor allem die Aufmerksamkeit eines jungen Publikums auf sich ziehen. Karriereplattformen wie Xing und LinkedIn sind ein beliebter Treffpunkt von Firmen und potentiellen Arbeitnehmern.

Mobile Recruiting über Smartphones und Tablets wird immer populärer. Mit Karriereapps, Mobile Tagging oder mobilen Versionen von Karriereseiten können Unternehmen diesen neuen Markt für sich nutzen. Absolventen und Young Professionals stellen die begehrteste Zielgruppe auf dem Arbeitsmarkt dar. Karriere- und Unternehmensmessen sowie Hochschulveranstaltungen sind geeignete Methoden, um mit ihnen persönlich in Kontakt zu treten. Weniger zeit- und geldaufwändig sind virtuelle Karrieremessen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass sowohl Management als auch Bewerber großen Wert auf Datenschutz legen.