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Personalcontrolling

 

 

 

Was ist Personalcontrolling?

Personalcontrolling ist eine dem Unternehmenscontrolling untergeordnete Disziplin. Bei ihr wird der Controllinggedanke auf die Steuerung und Kontrolle von personellen Vorgängen innerhalb des Unternehmens angewendet. Es lassen sich fünf wesentliche Aufgaben und Ziele definieren. Personalcontrolling soll informieren, indem es die Kosten der Personalarbeit transparent macht, Personalprozesse beschreibt und durch Informationen strategische Entscheidungen vorbereitet. Der Bereich Koordinieren und Integrieren bezieht sich zum Beispiel auf die Betriebsarbeit, das Personalwesen, Planung, Kontrolle und Abstimmung der Teilbereiche. Durch das Planen sollen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf den Personalbereich frühzeitig erkannt und eingeschätzt werden. Das Kontrollieren wird ermöglicht durch ein umfassendes Überwachungssystem, in dem die Entwicklung von Kennzahlen beobachtet wird. Darüber hinaus spielen die Steuerung des Unternehmens und der Beitrag, den das Personalwesen zum Erfolg beiträgt, eine Rolle. Das Personalcontrolling sammelt alle personalrelevanten Daten, die das Unternehmen betreffen, und bereitet diese auf, um sie anschließend auszuwerten. Die gewonnenen Informationen werden von der Unternehmensleitung und dem Personalmanagement für personalrelevante Entscheidungen genutzt.

 

Wie setzt man Personalcontrolling ein?

Beim Personalcontrolling sind in der Regel nicht einzelne Mitarbeiter, sondern Gruppen oder auch die gesamte Belegschaft im Fokus. Zu den typischen Betätigungsfeldern gehören Personalplanung, Mitarbeiterzahlen, Risikomanagement, Kostenstrukturen, Planstellen, Organisationseinheiten oder die Bildungsbedarfsanalyse. Es gibt, je nach Bereich, verschiedene Wege, Personalcontrolling einzusetzen. Beim quantitativen Personalcontrolling werden Daten genutzt, die direkt messbar sind. Diese betreffen zum Beispiel die Personalkosten oder die Personalstruktur. Das qualitative Personalcontrolling beschäftigt sich mit Faktoren wie Führungsverhalten, Innovationswillen, Bindung zum Unternehmen oder Mitarbeiterzufriedenheit, die nicht einfach mit Zahlen festzuhalten sind. Strategisches Personalcontrolling ist eher langfristig ausgerichtet. Hierbei werden die strategischen Ziele des Unternehmens verfolgt. Das operative Personalcontrolling beschäftigt sich damit, wie die Ziele erreicht werden sollen. Dabei spielen das Verhältnis von Kosten und Nutzen sowie die Erfolgsaussichten der Maßnahmen eine Rolle.

 

Wer kann Personalcontrolling nutzen?

Das Personalcontrolling gehört zum Personalwesen eines Unternehmens, liegt also in der Verantwortung des Personalcontrollers. Es wird vor allem auf zwei Anwendungsgebieten genutzt. Einerseits kommt es in der Personalarbeit zum Einsatz, also bei allen Personalprozessen, Personalprojekten und –verfahren. Andererseits geht es aber auch um Fragen, von denen das Personal selbst betroffen ist. Diese drehen sich unter anderem um die Anzahl der Mitarbeiter, deren Einsatzorte und Funktionen, die Zahl der Auszubildenden sowie die Zusammensetzung der Belegschaft unter soziodemographischen Gesichtspunkten. Der Personalcontroller kann ein einfacher Dienstleister, jedoch auch ein qualifizierter Berater sein, wie etwa ein Consultant. Dabei sollte das Personalcontrolling in die strategischen Entwicklungen der Geschäftsleitung eingebunden sein. Eine enge Kommunikation beinhaltet die Beratung der Entscheider sowie die Leitung von Projekten.

 

Instrumente des Personalcontrollings

Es gibt diverse Beispiele, wie Personalcontrolling eingesetzt werden kann. Zeitvergleichskontrollen, Planfortschrittskontrollen oder Prognosenkontrollen erfolgen durch den Vergleich verschiedener Ist-, Soll- oder Wird-Zustände. Das Anfertigen von Benchmarks lässt sich durch den externen Vergleich mit der Konkurrenz oder den internen Vergleich mit anderen Standorten bewerkstelligen. Zeitreihen dienen dazu, durch den Vergleich verschiedener Zeitpunkte Trends und Entwicklungen zu beschreiben beziehungsweise zu prognostizieren. Die Human Ressource Scorecard ist ein ausgewogenes System aus Kennzahlen, das speziell auf die Nutzung im Personalmanagement zugeschnitten ist. Hiermit lassen sich erfolgskritische Ziele und Key Performance Indicators definieren. Human Ressource Audits dienen dazu, Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, die von den Mitarbeitern ausgehen können. Befragungen von Mitarbeitern sind ein weiteres Beispiel für Personalcontrolling. Hierbei können Informationen direkt von der Belegschaft gesammelt werden, um die Schwächen und Stärken eines Unternehmens besser analysieren zu können.