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Mitarbeiterzufriedenheit – Tipps zum Steigern, Messen und Kontrollieren

Das Potenzial, das von zufriedenen Mitarbeitern ausgeht, ist für Arbeitgeber nicht in Gold aufzuwiegen. Sie identifizieren sich mehr mit einem Unternehmen, sind deswegen belastbarer und leistungsfähiger als andere und erzielen bessere Ergebnisse. Doch wie können Betriebe die Mitarbeiterzufriedenheit am besten fördern? Was sind die Geheimnisse der glücklichsten Mitarbeiter? Eine Spurensuche.

 

 

Arbeitswelt: Steigendes Tempo drückt auf die Mitarbeiterzufriedenheit

Die moderne Arbeitswelt hat es in sich: Die zunehmende Automatisierung sorgt für ein erhöhtes Tempo vieler Prozesse. Aufgaben, die früher auf die Schultern verschiedener Personen verteilt waren, werden heute oftmals nur noch von einer erledigt. Und das nicht selten zeitgleich.

 

Hinzu können weitere Stressfaktoren kommen:

  • strenge Deadlines
  • komplizierte Projekte
  • Probleme im Team
  • fehlende Kommunikation
  • zu wenig Engagement der Führungskräfte
  • Ausbleibender Erfolg

 

Das stellt die Belegschaft auf eine kontinuierliche Belastungsprobe. Umso wichtiger ist es, Arbeitnehmern im stressigen Berufsalltag regelmäßige Glücksmomente zu verschaffen.

 

Was sind die wichtigsten Faktoren für eine ausgeprägte Mitarbeiterzufriedenheit?

Das steigert die Mitarbeiterzufriedenheit, die Angestellten fühlen sich wertgeschätzt und dann gehen auch unangenehme ToDo’s leichter von der Hand. So kann auch ein Mitarbeiter, dessen Projekt gerade nicht so optimal läuft, in seinem Job dennoch sehr zufrieden sein.

Die alles entscheidende Frage ist allerdings: Wovon hängt Mitarbeiterzufriedenheit ab? Offensichtlich haben darauf noch nicht allzu viele Arbeitgeber die richtigen Antworten gefunden. Zwar ist ihnen bewusst, dass die Bedeutung der Mitarbeiterzufriedenheit gestiegen ist und weiter steigen wird. Es geht also zentral darum die Bedürfnisse zu erkennen und daraus die Zufriedenheit abzuleiten.

 

Jeder zweite ist unzufrieden in seinem Job

Bei einer von der ManpowerGroup Deutschland durchgeführten repräsentativen Studie zum Thema „Jobzufriedenheit 2017“ gaben die befragten Arbeitnehmer allerdings an, dass sie davon bislang nichts oder nur wenig spüren.

46 Prozent würden ihren Job in den nächsten zwölf Monaten wechseln. Unter anderem, weil sie ihrer Ansicht nach zu schlecht bezahlt werden. Auch bei den Themen Anerkennung und Arbeitsklima sehen die Beschäftigen Verbesserungspotenzial.

Positiv ist zwar, dass jeder Dritte (33 Prozent) seinem Arbeitgeber eine gewisse Familienfreundlichkeit bescheinigt. In den vergangenen fünf Jahren ist das der höchste Wert, der ermittelt wurde. „Die Unternehmen in Deutschland wissen mittlerweile, dass sie ihren Mitarbeitern etwas bieten müssen”, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Damit sie Familie und Beruf vereinbaren können und im Alltag entlastet werden, kommen die Arbeitgeber ihnen weiter entgegen. In vielen Unternehmen hat sich eine ‘Pro-Familien-Stimmung’ entwickelt.”

 

Jobzufriedenheit: Arbeitgeber handeln nicht im Sinne ihrer Angestellten

Dennoch gebe es erhebliches Verbesserungspotenzial in punkto Mitarbeiterzufriedenheit, beharrt Brune. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie Recruiting Trends der Universität Bamberg.

 

Die wichtigsten Elemente der Mitarbeiterzufriedenheit

Die wichtigsten Elemente der Mitarbeiterzufriedenheit

 

Die Forscher fanden heraus, dass Unternehmen zwar bemüht sind, ihren Mitarbeitern Angebote zu machen, die sie im Joballtag zufriedener machen. Allerdings decken sich ihre Maßnahmen häufig nicht mit den Bedürfnissen ihrer Angestellten. Auch Mitarbeiterbefragung geben nicht immer einen umfangreichen Einblick.

 

Zu den Fakten:

  • Unternehmen bieten häufiger die Möglichkeit an, ein Sabbatical (43,1 Prozent) zu machen oder veranstalten After-Work-Events (43,8 Prozent). Besonders im Management gern genutzt.
  • Unter den Tisch lassen viele dafür aber das Thema der betriebseigenen Kinderbetreuung fallen. Diese wird allerdings von vielen Arbeitnehmern (40 Prozent) als deutlich wichtiger eingeschätzt wird, als das gemeinsame Feierabendbier nach getaner Arbeit (28,6 Prozent) oder eine einjährige Auszeit vom Job (34,3 Prozent).
  • Ähnlich sieht die Diskrepanz bei Sportangeboten aus. Fast 90 Prozent der Arbeitgeber legen darauf größten Wert.
  • Als wichtig empfinden das aber nur 45,3 Prozent der Mitarbeiter. Ihnen sind die Flexibilisierung des Arbeitsortes (75,5 Prozent) und die Flexibilisierung der Arbeitszeit (71,2 Prozent) die mit Abstand wichtigsten Faktoren für eine Jobzufriedenheit.
  • All diese Punkte zahlen auf den Faktor Selbstverwirklichung ein.

 

Jobzufriedenheit: Worauf Arbeitgeber schon zu Beginn des Mitarbeiterlebenszyklus achten sollten

Natürlich gibt es noch weitere Aspekte, die positiv auf die Jobzufriedenheit einzahlen. Wer zum Beispiel bereits im Recruiting darauf achtet, dass Leute eingestellt werden, die mit ihren persönlichen und fachlichen Skills gut in die Unternehmenskultur passen, stellt von Anfang an eine entscheidende Weiche in Richtung Jobzufriedenheit. Denn dann fällt es „dem Neuen“ leichter, sich anzupassen, einzugewöhnen und schnell gute Leistungen zu bringen.

Viele Mitarbeiter wollen außerdem gerne Verantwortung übernehmen: Wer das Gefühl hat, selbstständig wichtige Entscheidungen im Job zu treffen, wächst an dieser Herausforderung. Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern helfen, sich weiterzuentwickeln, zeigen, dass sie Vertrauen in die deren Fähigkeiten haben. Und wenn sich Teammitglieder in der Folge sinnvoll in das Unternehmen einbringen können, fühlen sie sich diesem auch stärker verbunden. Wieder ein Pluspunkt für die Jobzufriedenheit im Unternehmen. Ein weiterer Faktor ist die Kundenzufriedenheit. Zufriedene Kunden sorgen für glückliche Mitarbeiter.

 

Jobzufriedenheit: Firmenkultur und der Umgang miteinander

Mindestens ebenso wichtig sind Teamgeist, Kollegialität und gelebter Zusammenhalt. Sie sind der soziale Klebstoff in einem Unternehmen. Ein gesundes Arbeitsklima und eine gute Firmenkultur stärken und motivieren die gesamte Belegschaft – und fördern die Freude im Job. Dadurch kommunizieren, kooperieren und arbeiten Mitarbeiter besser.

Hier spielt das Verhalten der Führungskräfte eine entscheidende Rolle: Wer offen und transparent kommuniziert, positives Feedback gibt und mit den Mitarbeitern auf Augenhöhe spricht, kann als Vorbild schon vieles bewirken. In Unternehmen, in denen das nicht der Fall ist, helfen entsprechende Führungskräftetrainings weiter.

 

Mitarbeiter befragen

Soweit, die Theorie. Wer aber in der Praxis die Jobzufriedenheit seiner Mitarbeiter schüren will, sollte diese zuallererst fragen, statt übereilt zu handeln:

 

  • An welchen Punkten hakt es?
  • Wieso fehlt es an Motivation oder Wertschätzung?
  • Woher kommen die Sorgen?
  • Was kann verbessert werden?
  • Was liegt Euch besonders am Herzen?
  • Was zeichnet den eigenen Arbeitsplatz aus?

 

Daraus kann er die Maßnahmen ableiten, die wirklich zu den Mitarbeitern passen. Eine Mitarbeiterbefragung hilft weiter. Achtung, Datenschutz beachten!

Und je öfter das geschieht, umso größer die Chance, dass die Forscher aus Bamberg in ihrer Studie für das Jahr 2018 geringere Diskrepanzen zwischen Arbeitgeberangeboten und Arbeitnehmerwünschen feststellen. Zu wünschen wäre es: Sind die Mitarbeiter zufrieden, sind es die Arbeitgeber nämlich in aller Regel auch.