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Mitarbeiterbefragung – Kern der Feedback-Kultur

Eine Mitarbeiterbefragung ist ein wichtiges Instrument für die strategische Unternehmenssteuerung. Sie kann in vielen Bereichen wertvolle Ergebnisse liefern. Zum Beispiel im Change Management oder bei der Verbesserung des Unternehmensklimas. Die Bandbreite an Möglichkeiten ist groß. Aber nur wenige Betriebe nutzen dieses wichtige HR-Tool nachhaltig.

 

 

Mitarbeiterbefragung: Hintergrund und Nutzen

Immer, wenn es darum geht, die Meinung und das Stimmungsbild der Belegschaft in Erfahrung zu bringen, ist die Mitarbeiterbefragung das geeignete Instrument. Das kann in folgenden Situationen der Fall sein:

 

  • Fragen zum Betriebsklima
  • Fragen zur Unternehmenskultur
  • Stärkung der Motivation der Beschäftigten
  • Verbesserung der Führungskultur im Unternehmen
  • Schärfung der Ziele
  • Erhöhung der Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterzufriedenheit
  • Stärkung der Employer Brand
  • Change Management
  • Daten zu wichtigen Themenfeldern

 

Der Grund für die Bedeutung von Mitarbeiterbefragungen liegt auf der Hand: Arbeitgeber, die Maßnahmen einleiten wollen, die nachhaltig in die Firmenkultur eingreifen – im Guten wie im Schlechten – sollten zunächst jene fragen, die es betrifft: Ihre Mitarbeiter.

Ansonsten ist die Gefahr groß, dass die Ergebnisse nicht passgenau ausfallen. Dann ist der Effekt im schlimmsten Fall das genaue Gegenteil von dem, was eigentlich erreicht werden sollte: Widerstand statt Commitment.

 

Mitarbeiterbefragung: Diese Fettnäpfe lauern

Warum das so ist, lässt sich an ein, zwei Beispielen anschaulich erklären. Angenommen, ein Arbeitgeber befindet sich in der Phase des Wandels, was ja heute eher die Regel denn die Ausnahme ist. Dann eignen sich Mitarbeiterbefragungen perfekt, um das Stimmungsbild unter den Mitarbeitern einzufangen: Gibt es Ängste, Sorgen oder bestehen bestimmte Erwartungen an den Arbeitgeber?

Wer als Arbeitgeber die offenen Fragen in seiner Belegschaft kennt, kann zeitnah Antworten liefern und so für eine ausgewogene Stimmung sorgen, indem er den Mitarbeitern signalisiert: Ich höre Euch zu, bin für Euch da, nehme Eure Sorgen ernst und sorge für Aufklärung.

Das schafft Vertrauen und steigert die Chance, dass Belegschaft und Geschäftsführung auch in schwierigen Zeiten konstruktiv zusammenarbeiten. Die Alternativen? Steigende Unsicherheit, Flurtalk und ein immenses Brodeln in der Gerüchteküche. Das kann keiner wollen!

 

Warum Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zuhören sollten

Beispiel Nummer zwei: Was passieren kann, wenn Arbeitgeber ihren Mitarbeitern eigentlich Gutes tun wollen, deren Bedürfnisse aber nicht kennen, zeigt die Studie Recruiting Trends der Universität Bamberg recht anschaulich. Dieser zufolge sind sich Unternehmen in großen Teilen zwar einig, dass im Employer Branding insbesondere die Stärkung der Work-Life-Balance der Angestellten immer wichtiger wird, um diese langfristig zu binden.

Soweit, so richtig. 86,1 Prozent der Kandidaten sehen die Work-Life-Balance als wichtig an. 47,6 Prozent würden sogar Einbußen im Gehalt hinnehmen, wenn sich die Balance zwischen Berufs- und Privatleben verbessert. Falsch ist aber, den Arbeitnehmern einfach irgendwelche Maßnahmen überzustülpen. Nach dem Motto: Wird schon passen.

 

Maßnahmen passgenau auswählen

Doch genau so scheinen viele Arbeitgeber vorzugehen. Die meisten Unternehmen bieten zum Beispiel Sportangebote an, die aber nur von knapp der Hälfte der Arbeitnehmer als wichtig angesehen werden. Andere Betriebe offerieren Sabbaticals oder After-Work-Events, verschwenden aber nur wenige Gedanken an die betriebseigene Kinderbetreuung. Die Arbeitnehmer bewerten die Wichtigkeit dieser Maßnahmen jedoch genau andersherum.

Hier ist Frust vorprogrammiert. Er wäre der mit einer einzigen Mitarbeiterbefragung vermeidbar gewesen. Sie ist ein probates Mittel, mit dem sich die echten Anliegen der Arbeitnehmer eruieren lassen, um letztlich passgenaue Lösungen anbieten zu können. Zur Zufriedenheit aller.

 

Die Essenz für die Employer Brand

Die Beispiele zeigen, wie essentiell Mitarbeiterbefragungen für die Employer Brand sind. Die daraus abgeleiteten Elemente führen dazu, Sorgen zu schmälern oder bestehende Probleme und Bedürfnisse unmittelbar zu lösen oder zu stillen. Der Effekt: Eine Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit, des Wohlbefindens im Betrieb und eine geringere Fluktuation.

Wichtig ist das auch für die externe Employer Brand. Im Social Media Zeitalter spricht es sich schließlich herum, wenn sich ein Arbeitgeber intensiv um seine Mitarbeiter kümmert. So überzeugt man nicht nur die bestehende Belegschaft zu bleiben, sondern auch künftige Mitarbeiter beim Unternehmen anzuheuern.

 

Mitarbeiterbefragungen: Wichtiger als je zuvor

Aus diesen Gründen sind Mitarbeiterbefragungen wichtiger als je zuvor. Denn Fachkräfte werden knapp und knapper. Umso mehr steigt die Bedeutung einer guten Mitarbeiterbindung und eines guten Arbeitgeberimages. Das ist auch bei den Unternehmen angekommen. Laut dem HR Survey Monitor von questback bezeichnen 84 Prozent der Betriebe Mitarbeiterbefragungen als wichtiges Managementwerkzeug.

Doch trotz der gestiegenen Relevanz, die der Mitarbeiterbefragung beigemessen wird, ergreifen viele Unternehmen viel zu selten die Chance, brauchbare Resultate zu sammeln, um ihre interne und externe Employer Brand zu stärken. Lediglich 48 Prozent der Organisationen führen jährlich eine Mitarbeiterbefragung durch.

 

Die Befragung. So funktioniert’s aus technischer Sicht

Dabei sind Mitarbeiterbefragungen längst nicht mehr so kompliziert in der Umsetzung, wie das vor ein paar Jahren noch der Fall war. Es gibt performante Tools, in denen sich Fragebögen individuell anpassen und an alle Mitarbeiter oder eine ausgewählte Zielgruppe versenden lassen. Die Adressaten können antworten, indem sie Häkchen setzen oder Freifelder ausfüllen. Auch die Auswertung erfolgt innerhalb der Tools per Mausklick. Einfacher geht’s nicht.

 

Auf diese Weise lassen sich Mitarbeiterbefragungen zu den verschiedensten Zwecken durchführen:

 

  • Meinungsumfragen
  • Benchmarkingumfragen
  • Klimabefragungen
  • Befragungen zu Veränderungen des Unternehmens
  • Informationen zu einzelnen Themen

 

Der Prozess einer Mitarbeiterbefragung beinhaltet prinzipiell die folgenden Phasen:

 

  1. Planung von Fragebogen und Prozess
  2. Vorbereitung – Datenschutz & Anonymität beachten
  3. Durchführung der Befragung
  4. Auswertung
  5. Feedback an die Beteiligten
  6. Maßnahmenplanung
  7. Maßnahmenumsetzung
  8. Evaluation

 

Und nach der Evaluation? Tja, da fängt der Prozess in der Regel von vorne an. Denn Mitarbeiterbedürfnisse ändern sich in der modernen und immer schnelllebiger werdenden Arbeitswelt rasant. Also gilt es am Ball zu bleiben. Kommunikation ist das Zauberwort. Mühsam? Ja, das ist es sicherlich! Aber der Aufwand zahlt sich aus! Denn eine gute Mitarbeiterbindung und -motivation geht letztlich auch mit gesteigerten Umsätzen einher. Und das ist alles andere als eine Milchmädchenrechnung!