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Microblogging – Mehr als Twitter

Wahrscheinlich hätte sich der bekannteste Microblogging-Dienst Twitter eher ein anderes Testimonial gewünscht als ausgerechnet  US-Präsident Donald Trump. Aber seitdem selbiger die Geschicke Amerikas lenkt, hat die Plattform eine ungeahnte Popularität erfahren. Der Präsident twittert rund um die Uhr. Dabei trifft er zwar selten den rechten Ton. Dem Portal hat’s aber nicht geschadet. Es wächst nachweislich. Denn Trump hat wie kein anderer bewiesen: Microblogging funktioniert im Zweifel so gut, dass sich damit sogar das Weltgeschehen beeinflussen lässt. Aber was ist Microblogging eigentlich ganz genau und wie funktioniert es?

 

 

Donald Trumps Tweets schlagen immer wieder ein wie Bomben und finden viel Beachtung. Sie erschüttern die Gesellschaft regelrecht. Über den Dienst haben Amerika und die Welt bereits jede Menge über Trumps politisches Programm erfahren. Egal ob es nun darum geht, ob Guantanamo offen bleibt, dass China in seinen Augen viel zu viel Geld bekommt, dass Trump recht spontan den Ausstieg aus dem Klimaabkommen erklärt, oder dass seiner Ansicht nach das von seinem Vorgänger eingeführte Gesundheitsprogramm Obamacare nicht funktioniert und ad acta gelegt werden soll. All das teilt er mit der Welt via Twitter.

Seine unkonventionelle Kommunikationspolitik über den Microblogging-Dienst erntet häufig Kritik. Erst jüngst rief, Chuck Schumer, demokratischer Fraktionschef im Senat, Donald Trump wieder zur Ordnung. Das Handelsblatt zitiert ihn wie folgt: „Die USA können sich keine Twitter- Präsidentschaft leisten.“

 

Microblogging auf der Überholspur

Zwar dürfte der Microblogging-Dienst Twitter selbst nicht gerade happy darüber sein, immer in einem Atemzug mit einem kritisch beäugten twitternden Präsidenten genannt zu werden. Aber wie heißt es so schön? Auch Negativ-PR ist PR. Und da in diesem Fall die Kritik nicht an dem Portal selbst, sondern an einem seiner berühmtesten Nutzer geübt wird, hat der Dienst an Popularität deutlich zugelegt. Kein Wunder. Permanent werden die Tweets des Präsidenten in TV, Radio und Internet zitiert. So hat sich die Marke Twitter auch bei denen eingeprägt, die bis zum Zeitpunkt vor Trumps Amtseinführung nichts mit dem Thema Microblogging anzufangen wussten.

 

Twitter Statistiken: Twitter wächst

Das kann einer von vielen Faktoren sein, die die Statistiken, die der Dienst für das erste Quartal 2019 veröffentlicht hat, nach oben schnellen ließen. Twitter spricht von 134 Millionen aktiven Twitter Nutzern pro Tag in der ganzen Welt. Auf FutureBIZ ist nachzulesen: „Bei den täglich aktiven Nutzern kann Twitter ein Plus von 14 Mio. Menschen im Jahresvergleich verzeichnen. Innerhalb des ersten Quartals 2019 konnte Twitter 8 Mio. neue Nutzer für sich gewinnen.“ Zahlen, die für sich sprechen, denn sie gehen mit einer unglaublichen Reichweite einher. Insbesondere Marketeers möchten diese natürlich für sich nutzen. Das wirft allerdings Fragen auf:

 

  • Wie kann auch ich erfolgreiches Microblogging betreiben und von dieser Reichweite profitieren?
  • Ist Microblogging vielleicht nicht nur nützlich zum Aufbau der eigenen Brand, sondern auch der Employer Brand?

 

Definition: Was ist Microblogging?

Bevor wir diese Fragen beantworten, klären wir zunächst die Frage, was Microblogging überhaupt ist. Der Name deutet es schon an: Es handelt sich um Blogging, das nicht im Mini-, sondern im Microformat ausgeführt wird. Es gilt die Devise: Kurz, kürzer am kürzesten.

Soll heißen: Umfasst ein klassischer Blogbeitrag rund 1000 bis 2000 Worte, geht es beim Microblogging nur um einzelne Zeichen. Die maximale Länge eines Tweets ist seit November 2017 zwar von 140 auf 280 Unicode-Zeichen erweitert worden. Das entspricht aber nur der Länge von zwei SMS. Als nicht wirklich viel.

 

Einstieg ins Microblogging

Und dennoch hat Microblogging das Zeug, Aufsehen zu erregen. Der Einstieg ins Microblogging ist recht simpel. Einzelne Personen oder Unternehmen legen sich einen Account an und schicken Mitteilungen an ihre Follower.

Diese können neben einem kurzen Text auch Links, Bilder und Videos beinhalten. Auf diese Weise lassen sich sehr schnell Nachrichten – zum Beispiel aus dem eigenen Blog – verbreiten. Damit andere Nutzer die Mitteilungen bekommen, müssen sie diese abonnieren und dem jeweiligen Unternehmen oder der Person folgen. Sie erhalten dann den Status eines „Followers“.

 

Kein Sortier- Algorithmus

In ihrer Timeline sehen sie die Inhalte aller Twitter-Accounts, denen sie folgen, in chronologischer Reihenfolge. Achtung – genau das ist die Krux beim Twittern. Es gibt (noch) keinen Algorithmus der die einzelnen Tweets – ähnlich wie bei Facebook – nach Relevanz sortiert. Sie laufen wie in einem Ticker einfach nacheinander durch.

Das macht die Sache recht schnelllebig. Denn User sehen immer nur die Posts in der aktuellen Timeline, die im Augenblick veröffentlicht wurden. Daher ist ein einzelner Tweet im Gegensatz zu einem Facebook-Post, der durchaus mehrere Tage durch die Timelines wandert, sehr kurzlebig. Experten gehen davon aus, dass die Halbwertszeit eines Tweets bei nicht mehr als zehn bis 15 Minuten liegt. Dann ist der Inhalt verpufft. Entsprechend gering ist die Reichweite eines einzelnen Posts.

 

Microblogging Tipps für Profis

Tweets erfahren jedoch dann eine gesteigerte Aufmerksamkeit, wenn Twitter-Profis die folgenden Punkte beachten:

  • Die geteilten Inhalte müssen so hochwertig wie möglich sein.
  • Der Tweet muss so formuliert sein, dass er maximales Interesse erregt.
  • Wer zusätzlich starke, emotional aufgeladene Bilder teilt, erfährt mehr Aufmerksamkeit.
  • Bilder sollten individuell sein, um aus der Masse hervorzustechen.
  • Das Einbinden von Infografiken hat sich bewährt.
  • Direkt eingebettete Videos sorgen für mehr Interaktion.
  • Wer Inhalte von anderen teilt, beweist, dass er über den Tellerrand blickt.
  • Ältere Beiträge können mehrfach verwertet und in größeren Abständen erneut geteilt werden.
  • Wer zu den besten Zeiten twittert, erhält mehr Reichweite: zwischen 8 und 10 Uhr, zwischen 11 und 13 Uhr und zwischen 16 und 19 Uhr.
  • Twitter ist keine Einbahnstraße, Follower legen Wert auf Interaktion – also: Aktiv bleiben und auf Erwähnungen, Likes, Retweets und Kommentare reagieren
  • Hashtags hinzufügen: Sie ermöglichen Usern, die Tweets eines Unternehmens über die Suchfunktion zu identifizieren.

 

Aufmerksamkeit zu erregen – bei Kunden und Kandidaten

Unternehmen, die diese Tipps beherzigen, haben gute Chancen, auf Twitter Gehör zu finden. Der große Vorteil: Die Zielgruppe auf Twitter ist bunt gemischt. Unternehmen erreichen daher nicht nur potenzielle Kunden, sondern auch Kandidaten. Tatsächlich ist Twitter zu einem beliebten Employer-Branding-Kanal geworden. Über diesen können Unternehmen Bilder aus ihrem Arbeitsumfeld teilen, Inhalte ihres Mitarbeiter-Blogs, ausgeschriebene Stellenanzeigen und, und, und.

Zugegeben: Twitter fordert Anwendern einige Mühe und viel Feinarbeit ab. Die gute Nachricht ist aber: Es gibt Tools, die bei dem Accountmanagement helfen. Infrage kommen Plattformen wie Hootsuite oder Sproutsocial, mit denen sich Postings zum Beispiel automatisch vorplanen lassen und über die sich die komplette Kommunikation mit den Followern steuern lässt. Auch Tweetdeck wird häufig genutzt. Das macht vieles leichter und führt schnell zum Erfolg. Wichtig ist vor allem eines: Eine gute Strategie. Und dann kann’s auch schon losgehen.

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