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Generation Y – Definition, Arbeitsmarkt & Herausforderungen

Die Generation Y fragt häufig nach dem „Warum?“. Dafür steht das englisch ausgesprochene Ypsilon in ihrem Namen: Why? Den so genannten Ypsilonern oder auch Millenials haftet der Ruf an, in der Arbeitswelt Traditionelles konsequent zu hinterfragen, anzuzweifeln und Neues zu fordern. Nichtsdestotrotz: Auf dem Arbeitsmarkt ist die Generation Y heiß begehrt.

 

 

Wer gehört zur Generation Y?

Zu der viel beschriebenen Generation Y gehören Frauen und Männer, die zwischen 1980 und 1995 geboren wurden. Der Begriff wird in aller Regel für den Anteil dieser Altersschicht verwendet, der einen akademischen Hintergrund vorweisen kann: Die sogenannten High Potentials – Potenzialträger.

 

Die Ypsiloner gelten bei Arbeitgebern und Kollegen als eher schwieriges Völkchen:

  • Sehr von sich überzeugt sollen sie sein, kritisch und extrem zielgerichtet.
  • Ihnen wird nachgesagt, dass die Balance zwischen Arbeit und Privatleben für sie eine höhere Priorität hat als ein gutes Gehalt.
  • Außerdem sollen sie als Arbeitnehmer anspruchsvoll sein und viel fordern.

 

Stimmen die Mythen, die sich um die Generation Y ranken?

Obwohl so manche dieser Vorstellung über die Generation Y in den Bereich der Mythen gehört – ganz von der Hand zu weisen ist es nicht, dass da eine Generation auf den Arbeitsmarkt strömt, die anders tickt als frühere. Das jedenfalls legt die World of Work-Studie des Karriereportals Monster nahe, die die Gewohnheiten der Millenials einmal genauer unter die Lupe genommen hat.

Heraus kam, dass den Millenials ein neues Arbeitnehmer-Selbstbewusstsein tatsächlich nicht abzusprechen ist. Die Mehrheit dieser Generation hat zum Beispiel beim Thema Karriere eine sehr genaue Vorstellung, wohin die Reise gehen soll, heißt es in der Studie, für die über 4.000 Teilnehmer befragt wurden: So stimmen 70 Prozent der Aussage zu, exakt zu wissen, was sie bei ihrem nächsten Job suchen. 53 Prozent sagen, dass sie nach etwas Neuem, Anderen suchen und davon überzeugt sind, dieses Ziel auch zu erreichen.

„Wir waren nicht überrascht, dass die Berufseinsteiger von heute ihre Ziele klar definiert haben. Das passt in das Bild, das man sich von den Millennials macht“, sagt Thomas Zahay, Senior Director Human Resources CE beim Karriereportal Monster.

 

Zufriedenheit am Arbeitsplatz

Danach gefragt, was die künftigen Leistungsträger zufrieden am Arbeitsplatz macht, ergab sich erneut ein anderes Stimmungsbild als bei früheren Generationen, denen es vor allem auf ein gutes monetäres Einkommen und Jobsicherheit ankam.

Dabei will auch die Generation Y nicht auf ein ordentliches Ein- und Auskommen verzichten. Für die Zufriedenheit im Job spielt das Salär bei den Befragten durchaus eine große Rolle (63 Prozent). Aber eben nicht nur. Stattdessen kommt es den Millenials auf einen Mix aus unterschiedlichen Kriterien an.

 

Generation Y: Das ist ihnen wichtig

Fast die Hälfte der Ypsiloner stellt eine ausgewogene Work-Life-Balance über alles andere. 25 Prozent wollen von zu Hause aus arbeiten und 34 Prozent flexibel. 14 Prozent legen großen Wert auf kontinuierliches Feedback ihres Vorgesetzten und mehr als jeder Vierte (27 Prozent) pocht auf die Verbesserung der Führungsqualitäten des Managements.

Kriterien, an die weder die bis 1964 geborenen Babyboomer noch die Generation X, die bis 1980 das Licht der Welt erblickte, als Berufsanfänger je zu denken gewagt hätten. Wie kommt es, dass die jüngere Generation so viel mehr fordert als andere?

Ganz einfach: Weil sie es kann. Bedingt durch den demografischen Wandel und den in vielen Bereichen grassierenden Fachkräftemangel gehören die Ypsiloner zu der ersten Generation, die nach vielen Jahrzehnten erstmals wieder einen Arbeitsmarkt erlebt, bei dem die Anzahl der zu besetzenden Jobs größer ist, als die zu Verfügung stehenden Talente. Der einstige Arbeitgebermarkt hat sich zum Bewerbermarkt gedreht und verschafft Millenials eine völlig andere Ausgangslage bei der Karriereplanung.

 

War for Talents

Das macht sie von Anfang an zu Kandidaten, die in einem regelrechten „War for Talents“ von Unternehmen heiß umworben werden. Die Ypsiloner kommen somit in den Genuss, zwischen verschiedenen Angeboten wählen und sich das jeweils beste herauspicken zu können. Entsprechend hoch sind ihre Ansprüche an die Arbeitsbedingungen, die in einem Unternehmen vorherrschen müssen, damit sie dort anheuern und auch möglichst lange bleiben.

Aber nicht nur aus diesem Grund können es Ypsiloner sich zum Beispiel leisten, altbewährte Faktoren wie starre Hierarchien und autoritäre Formen der Personalführung infrage zu stellen. Die Haltung rührt auch daher, dass Millenials anders als frühere Generationen in einem viel stärker paritätisch geprägten Familienmodell aufgewachsen. In ihm gehörte die Gleichberechtigung von Mann und Frau viel selbstverständlicher dazu als noch ein, zwei, drei oder vier Jahrzehnte zuvor.

Auch die Stellung des Kindes hat sich im Laufe der Zeit gewandelt – weg vom unmündigen Mitläufer hin zum Familienmitglied, das stärker denn je nach seiner Meinung gefragt wird. Die Ypsiloner sind es seit je her gewohnt, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, gefragt zu werden und abzuwägen. Und diese Fähigkeiten geben sie nicht an der Pforte zur Arbeitswelt ab. Stattdessen wollen sie von Anfang an mitreden.

 

Flexibilität und Mobilität sind entscheidend

Und noch etwas ist anders im Vergleich zu den Babyboomern und der Generation X: Die Millenials sind so genannte Digital Natives. Sie sind die ersten, die in einer digital vernetzen Welt aufgewachsen sind.

Für sie gehören Dinge wie Instant Messageing und mobile Geräte ganz selbstverständlich zum Alltag. Entsprechend setzen sie dies auch an ihrem Arbeitsplatz voraus. Er sollte genauso mobil und flexibel sein, wie der Rest ihres Lebens.

Wer in Echtzeit chattet, mit einem Swipe den Lebenspartner aussucht und ganz selbstverständlich Einkäufe online erledigt oder Reisen bucht, wann und wie es ihm passt, will nicht an einen Arbeitsplatz mit starren Arbeitszeiten gefesselt sein. Die Generation Y lebt daher nach der Devise „Work smart, not hard“. Sprich: Arbeite dann, wenn die Ideen fließen und nicht dann, wenn du gerade lieber mit Freunden beim Feierabendbierchen sitzen würdest.

 

„Work smart, not hard“: Sind die Ypsiloner faul?

Faul sind die Ypsiloner deshalb nicht. Sie organisieren sich nur anders. Für sie spricht nichts dagegen, die Arbeit zu unterbrechen, wenn sie im privaten Bereich etwas Wichtiges vor haben und wieder an den Laptop zu gehen, wenn es passt. Abends oder durchaus auch am Wochenende. Erfindungen wie VPN machen’s schließlich möglich. Warum sollte die Generation Y sie dann nicht intensiv nutzen, um Leben und Arbeit in Balance zu bringen?

Arbeitgebern, die um qualifizierten Nachwuchs (z.B. Generation Z) konkurrieren, bleibt letztlich keine Wahl: Sie werden sich den Herausforderungen der Digital Natives stellen müssen. Und das besser gestern als morgen. Sonst müssen sie im War for Talents herbe Niederlagen einstecken.