Zurück zum Glossar

Fluktuationsquote

 

 

 

Was ist eine Fluktuationsquote?

Mit der Fluktuationsquote lässt sich der Anteil der Mitarbeiter an der Belegschaft berechnen, die das Unternehmen jährlich verlassen. Die Aussagekraft der daraus entstehenden Kennzahl ist allerdings beschränkt, da sich mit ihr allein nicht die Frage beantworten lässt, ob die Fluktuation in einem Unternehmen hoch oder niedrig ist. Wichtig ist hier, die Fluktuationsquote im Vergleich mit der von anderen Unternehmen sowie der des letzten Messzeitraums zu betrachten. Am besten für einen direkten Vergleich eignen sich Firmen aus der gleichen Branche und in der gleichen Größenordnung, die dem eigenen Unternehmen möglichst ähneln sollten. Indem Personalwechsel bezogen auf den Personalbestand rechnerisch erfasst werden, können die finanziellen Auswirkungen berechnet werden, welche die Fluktuation auf den Betrieb hat. Durch eine Analyse lassen sich die Ursachen bestimmen und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen.

 

Wodurch kommt eine Fluktuationsquote zustande?

Die Fluktuationsquote oder Fluktuationsrate kommt durch die Einbeziehung zweier Größen zustande. Die eine ist die Anzahl der Abgänge, also die aus dem Unternehmen scheidenden Mitarbeiter. Die andere ist der Personalbestand, der je nach Verständnis der Fluktuation unterschiedlich angegeben wird. Dieser Umstand geht auf die Tatsache zurück, dass der Personalbestand an einem bestimmten Stichtag angegeben werden kann, während die Personalabgänge innerhalb eines festgelegten Zeitraums stattfinden. Deshalb wird der Wert des Personalbestands bei einigen Berechnungsmethoden durch die Angabe von Zugängen und Abgängen im Betrachtungszeitraum ergänzt. Die Quote gewinnt an Aussagekraft, wenn die im Zähler genannten Abgänge durch Details wie Mitarbeitergruppen, betriebliche Funktionsbereiche und Hierarchieebenen ergänzt werden. Dadurch lassen sich verschiedene Fluktuationsquoten exakter bestimmen.

 

Wie wird die Fluktuationsquote berechnet?

Generell betrachtet wird die Fluktuationsquote berechnet, indem die Anzahl der Personenabgänge durch den durchschnittlichen Personalbestand dividiert und mit 100 multipliziert wird. Es gibt jedoch unterschiedliche Berechnungsformeln. Bei der BDA-Formel handelt es sich um eine Empfehlung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Dabei wird klassischerweise die Anzahl der Abgänge durch den durchschnittlichen Personalbestand dividiert. Bei der Schlüter-Formel wird der Personalbestand am Anfang der berechneten Periode in den Nenner genommen und durch die Anzahl der Zugänge ergänzt. Dadurch wird die Problematik berücksichtigt, dass der Personalbestand eine Stichtagsgröße ist und die Personalabgänge eine Zeitraumgröße.

Eine Empfehlung vom Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie ist die ZVEI-Formel. Diese nutzt zur Berechnung die ersetzten Abgänge, was Ähnlichkeiten mit der Berechnung von Job- und Labourturnover Raten aufweist. Gibt es in der berechneten Periode die gleiche Anzahl von Zugängen und Abgängen oder mehr Zugänge als Abgänge, ergeben die Berechnungen durch die ZVEI-Formel und die BDA-Formel den gleichen Wert. Gibt es weniger Zugänge als Abgänge ist die Fluktuationsquote der ZVEI-Formel niedriger als die der BDA-Formel.

Qualitativ sehr hochwertig kann man zur Ermittlung der Fluktuationsquote im Buch „Personalkennzahlen: Vom Zahlenfriedhof zum Management-Dashboard“ (ISBN: 3839163552) von Fred Schübbe viele interessante Informationen finden.