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Digitale Mitarbeiterempfehlungsprogramme

 

 

Mit digitalen Mitarbeiterempfehlungsprogrammen können Sie Ihr Personalmarketing unterstützen und dadurch noch effektiver gestalten. In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Anbieter auf dem Markt gebildet und überzeugen mit unterschiedlichen Vor- als auch Nachteilen. In diesem Eintrag erfahren Sie, was digitale Mitarbeiterempfehlungsprogramme sind, welche bedeutenden Fakten und statistischen Erhebungen es bereits zu diesen Programmen gibt, worin sich die drei großen Marktführer dieser Branche unterscheiden und für welche Unternehmen sich die Nutzung dieser Programme lohnen kann.

 

Was sind digitale Mitarbeiterempfehlungsprogramme?

Digitale Mitarbeiterempfehlungsprogramme arbeiten nach einem wissenschaftlich fundierten Grundgedanken im Social Recruiting. Dieser geht davon aus, dass Menschen sich vorrangig mit anderen Personen beschäftigen, die ähnliche Interessen und Qualifikationen teilen. Das liegt zum einen darin, wie die meisten Menschen ihre sozialen Kontakte auswählen und zum anderen daran, wo wir diese schließlich finden. Im Human Resources kann man genau von diesem Umstand profitieren.

Einer der besten Orte, der diese Theorie beweist, ist die Universität. Statistische Erhebungen haben ergeben, dass Studenten im Laufe ihres Studiums vor allem mit anderen Studenten ihres Studiengangs in Kontakt kommen. In der Regel sind einem guten Softwareentwickler wesentlich mehr gute Softwareentwickler als Sozialpädagogen bekannt. Dies gilt auch für Netzwerke wie Facebook, Twitter, Google+ oder Business-Networks wie XING, LinkedIn und Experteer.

Über Mitarbeiterempfehlungsprogramme können Sie als Unternehmen von diesem Umstand profitieren. Wollen Sie eine freie Stelle besetzen, so können Sie einen Ihrer Mitarbeiter um die Empfehlung eines neuen Bewerbers bitten. Die meisten Menschen kennen zahlreiche andere Fachkräfte ihrer Branche und können Ihnen einen Mitarbeiter empfehlen, der ähnlich qualifiziert als auch engagiert ist wie er selbst. Das liegt vor allem daran, dass Menschen ihre sozialen Kontakte gezielt so auswählen, dass diese essentielle Wertvorstellungen mit ihnen gemeinsam haben. Ist einem Ihrer Arbeitnehmer beispielsweise Pünktlichkeit und Höflichkeit sehr wichtig, so wird er aller Wahrscheinlichkeit nach vorrangig mit anderen Personen interagieren, denen diese Werte ebenfalls wichtig sind. Durch die Empfehlung dieses Mitarbeiters erhalten Sie also einen weiteren Mitarbeiter, mit einem ähnlichen Wert für Ihr Unternehmen. Dies ist als Erweiterung des Active Sourcing zu verstehen.

Auf der anderen Seite steigen Ihre Chancen, dass die potentiellen Kandidaten Ihr Stellenangebot auch tatsächlich annehmen, da sie in Ihrem Unternehmen mit einem guten Freund oder Bekannten zusammenarbeiten können. Weiterhin stärkt die Beschäftigung einer von einem Ihrer Mitarbeiter geworbenen Fachkraft ebenfalls die Mitarbeiterbindung Ihres bestehenden Mitarbeiters. Auch dieser arbeitet lieber in einem Unternehmen, in dem auch einer seiner Freunde oder Bekannten arbeitet. Offene Stellen können also durch ein digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm deutlich effektiver besetzt werden.

 

Zahlen, Daten und Fakten über Mitarbeiterempfehlungsprogramme

Für ein Unternehmen ist insbesondere interessant, welche Fachkräfte durch die Empfehlung eines Mitarbeiters gewonnen werden können. Statistisch betrachtet handelt es sich hierbei in den meisten Fällen um gute Bekannte oder Freunde aus einem anderen Unternehmen oder dem Studium. Statistisch sind über 45% aller empfohlenen Kandidaten ehemalige Mitarbeiter oder Kommilitonen. Aber auch Partner oder Verwandte werden häufig von Mitarbeitern für eine neue Stelle empfohlen. Hier gilt es für das Unternehmen etwas vorsichtiger vorzugehen, da die persönliche Beziehung des Arbeitnehmers zu dem empfohlenen Kandidaten deutlich stärker ist. Dennoch würden statistisch betrachtet Arbeitnehmer zu ca. 87 % ausschließlich dann einen Partner oder Verwandten empfehlen, wenn dieser auch tatsächlich über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt.

Die Wirksamkeit dieser Methode ist daher extrem hoch. Nahezu 50 % aller von Mitarbeitern empfohlenen Kandidaten können auch vom Unternehmen eingestellt werden und stellen eine wertvolle Ergänzung des Teams dar. Darüber hinaus bleiben diese dem Unternehmen in der Regel länger erhalten als Mitarbeiter, die auf anderem Wege rekrutiert wurden und stärken ebenfalls die Mitarbeiterbindung des Mitarbeiters, der die Empfehlung ausgesprochen hat.

Abhängig von der Größe des Unternehmens und den eingesetzten Methoden kostet das Recruiting eines einzigen Mitarbeiters durchschnittlich zwischen 1.000 € und 50.000 €. Handelt es sich dabei um hochqualifizierte Fachkräfte, kann deutlich mehr Budget notwendig sein, um den Mitarbeiter für das Unternehmen gewinnen zu können. Allein für eine Social-Media-Kampagne müssen mindestens 25.000 € pro Mitarbeiter eingeplant werden. Ein Recruiting durch Mitarbeiterempfehlungsprogramme kostet das Unternehmen hingegen durchschnittlich einen festen Prozentsatz des Monatsgehalts des empfehlenden Mitarbeiters oder im besten Fall lediglich einen immateriellen Gegenwert. Die Effektivität dieser Methode ist also überaus hoch, wenn man bedenkt, dass Mitarbeiter Empfehlungen direkt aussprechen.

 

Welche drei großen Mitarbeiterempfehlungsprogramme gibt es aktuell auf dem Markt und worin unterscheiden sie sich?

Aktuell gibt es auf dem Markt die drei großen digitalen Mitarbeiterempfehlungsprogramme Talentry, Firstbird und Eqipia. Jedes dieser drei Programme hat sich auf ein anderes Gebiet spezialisiert und stellt für eine andere Situation die optimale Lösung dar. Talentry schafft eine Online-Plattform für Ihr Unternehmen, auf der Personalverantwortliche sämtliche offenen Stellen eintragen können. Diese werden per Newsletter direkt an die Mitarbeiter versendet, um diese über die freien Stellen zu informieren. Dabei verhindert der sogenannte „Job-Alert“, dass ein Mitarbeiter über Stellen informiert wird, die stark von seinem Profil abweichen. Weiterhin erhebt das Programm die sozialen Kontakte des Mitarbeiters und schlägt diesem deshalb vielversprechende Kandidaten vor, damit dieser niemanden übersieht. Wird ein Kandidat schließlich eingestellt, so können die Personalverantwortlichen sofort sehen, aus welchem sozialen Umfeld der Kandidat kommt und wer für die Empfehlung verantwortlich ist. Kunden wie die ProSiebenSat.1-Gruppe oder Dr. Eckert haben die Qualität bereits erkannt.

Firstbird hingegen hat sich vor allem auf die spielerische Animation der Mitarbeiter spezialisiert. Das Programm überzeugt vor allem durch eine hohe User-Experience sowie seine Einfachheit. Die Mitarbeiter werden von diesem Programm zu sogenannten „Talent-Scouts“ ernannt und können ihre sozialen Netzwerke mit dem eigenen Profil in dem Programm verknüpfen. Dadurch wird ihnen ermöglicht, auf den unterschiedlichen Plattformen Stellenanzeigen zu posten und neue Mitarbeiter zu finden. Dabei kann der Mitarbeiter selbst darüber entscheiden, welche Stellen ihm angezeigt werden. Hierbei erhalten die Mitarbeiter für eine erfolgreiche Werbung unterschiedliche vom Unternehmen definierte Prämien.

Die Software Eqipia hingegen ist das genaue Gegenteil. Sie lässt den Mitarbeitern kaum eine eigene Entscheidung offen und informiert diese lediglich über interessante Kandidaten in deren Umfeld. Der Mitarbeiter kann lediglich entscheiden, ob er seinem Bekannten die offene Stelle weiterempfehlen möchte oder nicht. Aber auch hier erhält der Mitarbeiter für eine erfolgreiche Empfehlung eine Prämie.

 

Für welche Unternehmen lohnt sich die Verwendung dieser Programme?

Die Verwendung dieser Programme lohnt sich insbesondere für Unternehmen, die hochqualifizierte Fachkräfte beschäftigen und ihre freien Stellen nur schwer auf anderem Wege besetzen können. Unter anderem können so Softwareentwicklungsunternehmen oder andere Unternehmen, die Akademiker beschäftigen, neue motivierte als auch qualifizierte Fachkräfte rekrutieren. Darüber hinaus ist die Verwendung dieser Programme vor allem im Tourismus-Bereich und unter Immobilienmaklern weit verbreitet. Gute Mitarbeiter dieser Branchen sind schwer zu finden, können aber in der Regel hervorragend von bestehenden Mitarbeitern empfohlen werden.