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Coaching Methoden – Techniken, Methoden und Ideen

Coaching im Beruf zielt darauf ab, das Beste aus einem Arbeitnehmer oder Manager herauszuholen. Was nach einer abgegriffenen Plattitüde klingt, hat sich im Unternehmensalltag durchaus bewährt: Ziel ist es, dass der Gecoachte seine Stärken erkennt und ihm Techniken an die Hand gegeben werden, um diese gezielt im Job einzusetzen. Egal, ob es um das Entwickeln neuer Ideen geht, das Präsentieren von Inhalten oder das Führen von Personal – es gibt Coaching-Methoden für alle möglichen Belange.

 

 

Was ist Coaching? Eine Definition.

Coaching wird häufig mit Begrifflichkeiten wie Strategieberatung und Training in Verbindung gebracht, wenn nicht sogar als Synonym dafür gebraucht. Doch das ist schlichtweg falsch. Denn hierbei handelt es sich hier um drei verschiedene Paar Schuhe. Wo liegen die Unterschiede?

In der Beratung entwickeln Berater und Kunde zum Beispiel gemeinsam eine Lösung für ein bestehendes Problem. Das kann zum Beispiel ein Konflikt zwischen Kollegen sein, bei dem eine zufriedenstellende Einigung für beide Seiten erzielt werden muss.

Ein Training ist hingegen dazu da, eine Methode zu erlernen und so zu vertiefen, dass sie im Arbeitsalltag möglichst zielführend eingesetzt werden kann. Das kann zum Beispiel die Anwendung eines Computerprogramms betreffen, es kann aber auch eine Führungsmethode sein, die trainiert wird.

 

Abgrenzung von Training und Beratung

Im Coaching geht es hingegen darum, dass der Gecoachte selbst genau weiß, welche Lösung für ein Problem die Beste ist, oder was gut für ihn ist. Nur der Weg dorthin liegt im Dunkeln. Der Coach hilft seinem Klienten, Licht in die Finsternis zu bringen und begleitet ihn bei der Entwicklung einer Strategie, die zum angestrebten Erfolg führt.

Coaches ergründen gemeinsam mit dem Coachee, was dieser tun kann, um sich zum Beispiel zukünftig in bestimmten Situationen professioneller zu verhalten, um so letztlich seine Ziele besser zu erreichen. Hierzu gibt es verschiedene Methoden, die im Folgenden einmal etwas näher erläutert werden.

 

Coaching-Methode: Sparring

Sparring ist eine Coaching-Methode, für die der Boxsport Pate stand. Hier bringt der Trainer den Übenden bewusst in Situationen, für die er im Ernstfall gewappnet sein sollte. Im Arbeitsalltag geht es höchstens im übertragenen Sinne um die richtige Deckung und Haltung, wenn der Coach als Sparring-Partner mit seinem Coachee in den Ring steigt.

Ziel ist es, den Klienten durch die Simulation von extremen Praxissituationen in bestimmten Verhaltensweisen zu bestärken. Zum Beispiel, wenn ein Arbeitnehmer in einem hochagilen Umfeld Schwierigkeiten hat, schnell Entscheidungen zu treffen. Dann bringt der Coach diesen in einer Simulation immer wieder in ähnliche Situationen und trainiert mit ihm, Ruhe zu bewahren.

Zum Beispiel, indem der Gecoachte durch bestimmte Atemübungen oder beruhigende Gedankenmuster lernt, der Situation den Druck zu nehmen und sich nur auf die zu fällende Entscheidung zu konzentrieren. Sparring wird häufig von Führungskräften und Managern genutzt, um ihr Verhalten zu optimieren. Themen sind häufig:

 

  • Der Umgang mit schwierigen Mitarbeitern
  • Das Verkünden schwieriger Situationen
  • Das Umsetzen von Change-Projekten

 

Systemisches Coaching

Systemisches Coaching richtet sich dagegen nicht an Einzelpersonen, sondern an Teams. Der wohl bekannteste Ansatz des systemischen Coachings ist die Aufstellung. Hierbei handelt es sich um eine Methode, durch die die Beziehungsmuster eines Systems im Raum bildlich dargestellt werden können:

  • Innerhalb einer Familie
  • Innerhalb einer Gruppe
  • Innerhalb eines Teams
  • Innerhalb einer Abteilung
  • Innerhalb einer Organisation

 

Das systemische Aufstellen funktioniert wie folgt: Der Coachee positioniert echte, aber in der Regel ihm unbekannte Personen in einem Raum so, wie sie zu ihm stehen. Sie stehen sinnbildlich für relevante Charaktere in seinem Arbeitsleben. Menschen, denen er vertraut, wird er näher an sich heranlassen, als Menschen, die er nicht gut kennt.

 

Auf diese Weise werden Beziehungsgeflechte und Konfliktfelder transparent:

  • Wie eng stehen manche Personen zueinander?
  • Wie weit entfernt sind andere voneinander?
  • Können Konflikte durch das Auflösen von zu großer Nähe oder durch das Herstellen größerer Nähe behoben werden?

 

Wiederholtes Aufstellen kann helfen, den richten Platz im Unternehmen oder im Team zu finden oder Hindernisse, die wortwörtlich zwischen dem Gecoachten und seinem Ziel liegen, zu visualisieren und zu umgehen. Auch kann der Coachee einmal die Perspektive anderer Teamitglieder einnehmen und so neue Einsichten gewinnen. Dies eignet sich besonders zur Ermittlung einer starken Employer Value Proposition.

 

Mediation

Auch das Verfahren der Mediation hat sich als Coaching-Instrument bewährt. Es kommt bei Konflikten oder schweren Entscheidungsfindungen innerhalb eines Teams zum Einsatz. In der Regel versuchen alle Beteiligten Streitigkeiten untereinander zu lösen. Gelingt das nicht, kann es helfen, einen Mediator hinzuzuziehen. Dabei handelt es sich um einen neutralen Coach, der nicht in den Konflikt involviert ist und über eine spezielle Ausbildung verfügt.

Die Technik der Mediation ist ein vermittelnder Ansatz und setzt auf einen konstruktiven Umgang miteinander. Ziel ist es, Aggressionen bei der gemeinsamen Auseinandersetzung mit dem bestehenden Konflikt außen vor zu lassen und möglichst wertschätzend und frei von Vorwürfen sowie Beleidigungen, eine gemeinsame Win-Win Lösung anzustreben, mit der alle Konfliktparteien leben können.

Dabei moderiert der Mediator die Zusammenkunft und sorgt dafür, dass die Atmosphäre konstruktiv bleibt und nicht ins Aggressive abdriftet. Die Konfliktbeteiligten bekommen von dem Mediator keine Lösung vorgeschlagen, er unterstützt sie nur dabei, gemeinsam eine Entscheidung zu erarbeiten. So bekommt keiner eine Entscheidung „verordnet“, sondern ist an ihr beteiligt und trägt sie eher mit.

 

Hypno-Coaching

Jeder kennt das: Eine Situation erscheint ausweglos, dann schläft man eine Nacht darüber und plötzlich herrscht völlige Klarheit, was zu tun ist. Dieses Prinzip macht sich das Hypno-Coaching zu eigen.

Wenn Kopf und Verstand das Fällen von Entscheidungen durch wiederkehrende Denkspiralen blockieren, die sich nicht durchbrechen lassen, kann es hilfreich sein, dieses Gedankenkarussell bewusst zu umgehen.

Im Hypno-Coaching wird der Coachee dazu in einen tranceähnlichen Zustand versetzt. Anders als im Wachzustand ist der logisch-analytische Teil des Verstands damit zunächst ausgeschaltet. Das macht den Weg zu den unterbewussten Bereichen der Psyche frei und eröffnet den Blick auf Ängste oder unangenehme Gefühle, die der bewussten Zielfindung Steine in den Weg legen.

Oft sind diese unbegründet oder unangemessen intensiv und stehen der Entscheidungsfindung im Weg. Im Hypno-Coaching können sie im Gespräch zwischen Coach und Coachee benannt, analysiert und neu eingeordnet werden. Oft können sie auf diese Weise in ihrer Intensität gemindert und auf Normalmaß heruntergeschraubt werden.

 

Insbesondere bei den folgenden Themenbereichen kommt Hypno-Coaching zum Einsatz:

 

  • Belastungsreduzierung
  • Stressmanagement
  • Burnout-und Erschöpfungssymptome
  • Prüfungs- und Auftrittsangst
  • Selbstbewusstsein aufbauen oder verankern
  • Verminderung von Angst und Druck

 

Die vielen Gesichter des Coachings

Die Beispiele zeigen: Coaching hat viele Gesichter und gerade die Bandbreite an Möglichkeiten ist es, die Coaching so hilfreich und stärkend macht. Denn für jedes Bedürfnis gibt es die passende Methode, wobei die genannten Beispiele nur einige ausgewählte aus einer Vielzahl verschiedenster Möglichkeiten ist.

Egal, für welche Methode man sich letztlich entscheidet. Ganz wichtig dabei ist: Um Coaching in Anspruch zu nehmen, müssen nicht immer Krisen und unlösbare Konflikte oder Probleme bestehen. Coaching kann auch im Alltag ein wichtiger Wegbereiter für die Umsetzung von Zielen sein. Einen Versuch ist es auf jeden Fall Wert.