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Change Management – Modelle, Methoden und Erfolgsfaktoren

Veränderungen kommen in der Arbeitswelt immer häufiger vor. Provokativ ließe sich auch sagen: Konstant in der heutigen Arbeitswelt ist nur der Wandel. Auf bevorstehende Neuerungen müssen Mitarbeiter in einem Unternehmen allerdings angemessen vorbereitet werden. Sonst droht Widerstand. Experten bezeichnen das als Change Management.

 

 

Digitale Transformation sorgt für eine Welt im Wandel

Die digitale Transformation sorgt derzeit für eine fast schon dramatische Veränderungsgeschwindigkeit in allen Branchen. Sie wirft selbst tradierte Geschäftsmodelle in einem schwindelerregenden Tempo über den Haufen. Beispiel Musikindustrie: Kaum einer kauft heute noch CD’s oder lädt Alben herunter. Streaming Dienste beherrschen den Markt, über die die ganze Welt der Musik gegen einen monatlichen Minimalbeitrag abrufbar ist. Schnell und einfach aus dem Internet.

Diese Entwicklung vollzog sich vergleichsweise rasant: Kaum hatte die CD das traditionelle Vinyl abgelöst, gab es auch schon Alternativen. Erst in Form portabler MP3-Player, für die ganze Alben im Internet zum Download bereitstanden. Von da war es kein weiter Schritt zu den heute weit verbreiteten Streaming-Diensten mehr.

 

Tempo von Innovationen zieht an

Hielt sich die Schallplatte noch fast zwei Jahrhunderte, waren es bei der CD gerade einmal ein paar Jahrzehnte, bis sie von einem neuen Medium abgelöst wurde. Der MP3-Player verlor sein Alleinstellungsmerkmal bereits nach ein paar Jahren. Heute streamt jeder seine Musik via Smartphone. Diese Entwicklung verdeutlicht, in welchem Tempo sich Innovationen heutzutage vollziehen. Was einst Jahre oder Jahrzehnte in Anspruch nahm, geschieht im Digitalzeitalter quasi über Nacht. Dieses Beispiel ist auf praktisch alle Bereiche übertragbar.

 

Change wohin das Auge blickt

Es betrifft nicht nur Unternehmen, sondern auch den einzelnen Arbeitnehmer: Berufsbilder verändern sich konstant oder fallen ganz weg. Dafür entstehen an anderer neue. Change wohin das Auge blickt.

Das macht ein funktionierendes Change Management in Unternehmen unverzichtbar. Was heißt das? Was genau ist Change Management? Change Management wird auch als Veränderungsmanagement bezeichnet. Die Definition: Die strategische Planung und Steuerung von Veränderungsprozessen.

Gemeint sind vor allem tiefgreifende Veränderungen. Die, die mit einer Anpassung von Unternehmensstrukturen und -strategien einhergehen und oft eine veränderte Unternehmenskultur nach sich ziehen. Ein gut strukturiertes Change Management setzt sich zum Ziel, alle betroffenen Menschen auf bevorstehende Veränderungen vorzubereiten und sie auf jedem Schritt mitzunehmen.

 

Veränderungen gehen in der Regel mit Skepsis einher

Kommt es zu Veränderungen stehen Mitarbeiter ihnen nämlich häufig skeptisch gegenüber. Der Mensch ist nun einmal so programmiert. Neues ist für ihn mit Unsicherheiten verbunden. Und diese versucht er naturgemäß zu vermeiden.

An dieser Stelle setzt das Change Management an. Es hängt vor allem von einer guten und strukturierten Kommunikation mit der Belegschaft ab. Es gilt zunächst alle Mitarbeiter beim Status Quo abzuholen, ihnen die geplanten Veränderungen zu erklären und damit verbundene Verbesserungen aufzuzeigen. Das nimmt Ängste und weckt die Bereitschaft, die anstehenden Neuerungen nicht nur zu er-, sondern mitzutragen.

 

Anstehende Einschnitte nicht herunterspielen

Auch anstehende Einschnitte sollten nicht heruntergespielt werden. Ansonsten fühlen sich Arbeitnehmer um bestimmte Wahrheiten betrogen nicht ernst genommen. Insofern gilt es die zu erwartenden Risiken so offen wie möglich zu kommunizieren. So weiß jeder, was auf ihn zukommt.

Damit wäre der erste Schritt im Change Management gemacht. Nun zu Schritt zwei: Im weiteren Verlauf des Change-Prozesses ist es das A und O, die Mitarbeiter kontinuierlich auf dem Laufenden zu halten. Bei größeren Milestones am besten von Angesicht zu Angesicht in einem All-Hands-Meeting. Dann haben die Arbeitnehmer die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen, falls Verständnisprobleme auftreten. Bei kleineren Neuerungen tun es auch Mitarbeitermailings.

 

Change Agents benennen

Tipp: Unternehmen, die sich in einem sehr tiefgreifenden Wandel befinden, können so genannte Change Agents benennen. Das sind Mitarbeiter, die in die laufenden Projekte involviert sind und Auskünfte geben können. An sie können sich die Kollegen jederzeit wenden. Das hat zwei Vorteile:

 

  1. Das Management demonstriert, dass es so offen wie nur irgend möglich mit den Bedürfnissen, Sorgen oder Fragen der Angestellten umgeht und diese ernst nimmt.
  2. Regelmäßige Informationen aus erster Hand beugen der Entstehung von Gerüchten vor.

 

Umsetzung des Veränderungsprojektes

Während der Umsetzung eines Veränderungsprojektes ist in einem weiteren Punkt vorausschauendes Denken gefordert. Zum Beispiel müssen Personalverantwortliche im Vorfeld eruieren, wie sich negative Konsequenzen des Wandels auf die Belegschaft auswirken könnten und Maßnahmen entwickeln, die einer demotivierenden Wirkung vorbeugen.

Nicht immer können zum Beispiel alle Kollegen auf dem Weg in ein neues Organisationsdesign mitgenommen werden. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die verbleibende Belegschaft. Mitunter muss sie langjährige Weggefährten in eine ungewisse Zukunft verabschieden. Das kann das Commitment im laufenden Change schmälern.

 

Negative Emotionen abmildern

Die damit verbundenen negativen Emotionen können abgemildert werden, indem für die Betroffenen faire Lösungen gefunden werden. Neben Abfindungen und großzügigen Freistellungsfristen sind auch Outplacement-Angebote sinnvoll. Das hinterlässt bei allen Beteiligten ein besseres Gefühl.

Gleichzeitig ist es wichtig, die verbleibende Belegschaft schnellstmöglich für neue Aufgaben zu qualifizieren, die der Change möglicherweise mit sich bringt. Oft werden Unternehmensbereiche zusammengelegt oder Aufgaben stärker auf ein Nischengebiet zugespitzt. Das erfordert von den betroffenen Mitarbeitern neue Fähigkeiten.

 

Personalmanagement muss genau hinhören

Hier muss das Personalmanagement genau hinhören und strategisch planen:

  • Welche Entwicklungsmaßnahmen benötigen die einzelnen Mitarbeiter konkret?
  • Wie können sie ihnen passgenau vermittelt werden?

 

Danach müssen den Einsichten Taten folgen: In Form mitarbeitergerechter Qualifizierungsmaßnahmen.

 

Die Abschlussphase

Damit bewegt sich das Change Management auf seinen Höhepunkt und Schritt drei zu: Die Abschlussphase. In dieser stellen sich erfahrungsgemäß bereits erste Erfolge ein. Mitarbeiter verstehen den Sinn des Change Projekts mittlerweile besser und können sich schon in großen Teilen mit ihren neuen Rollen und Aufgaben identifizieren.

An diesen positiven Stimmungswandel sollte das Management jetzt unbedingt anknüpfen und zum Beispiel diese Erfolge vorstellen und allen Mitarbeitern danken, die sie ermöglicht haben. Das verstärkt die aufkeimende Aufbruchsstimmung im Unternehmen. Und noch etwas ist wichtig: Ist ein Veränderungsprojekt abgeschlossen, fällt diese Information in der Praxis häufig unter den Tisch. Ein Fehler. Besser ist es, der Belegschaft mitzuteilen: Der Change ist beendet. Damit stehen endgültig alle Zeichen auf Neuanfang.

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