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Arbeitsmarktexperte – Beratung von der Ausbildung bis zur Altersversorgung

 

 

Arbeitsmarktexperten forschen und beraten in allen Fragen, die mit der Arbeitswelt zusammenhängen. Das beginnt mit den Bildungsabschlüssen: Welche Qualifikationen benötigt ein junger Mensch für Berufsausbildung oder Studium? Es geht weiter mit der Frage, welche neuen Anforderungen der Arbeitsmarkt stellt und zum Beispiel der aktuellen Erkenntnis: Wir benötigen viel mehr Fachleute im Bereich der Informationstechnik, also IT-Spezialisten. Das ist ein wesentlicher Baustein, um in der Zukunft Wohlstand und gesellschaftliche Stabilität zu garantieren.

Und wenn Sie wissen wollen, wie eine gerechte Entlohnung aussieht, wie sich der erwirtschaftete Gewinn zwischen Kapital und Arbeit am besten verteilt, finden Sie das ebenfalls bei Arbeitsmarktexperten. Sie liefern auf der Grundlage ihrer Forschungen zum Beispiel Empfehlungen zur Krankenversicherung (Beitragshöhe, Krankenkassen-Leistungen). Sie forschen auch zur demographischen Entwicklung und ihre Auswirkungen auf die Altersvorsorge: Was bedeutet es für die Rente, dass junge Menschen immer später ins Berufsleben einsteigen und immer mehr Menschen immer älter werden?

 

Fragen & Antworten

Zu all diesen Fragen gibt es Arbeitsmarktexperten, die für verschiedene Institutionen arbeiten. Daraus leiten sich auch die grundlegenden Wertvorstellungen und die Schwerpunktsetzungen ihrer Arbeit ab. Die Forscher von gewerkschaftsnahen Arbeitsmarktinstituten denken in anderen Kategorien als solche, die für Arbeitgeberverbände tätig sind. Die Bundesregierung rekrutiert Arbeitsmarktexperten so, dass sie nach Möglichkeit alle gesellschaftlich relevanten Gruppen repräsentieren. Von ihnen gewinnt die Regierung Erkenntnisse darüber, wie sie die Haushaltsmittel am besten verteilt. Für welche Berufe sollen mehr Mittel bereitgestellt werden, welche Studiengänge benötigen größere Kapazität? Dahinter steht die übergeordnete Frage, für welche Berufe es eine Zukunft gibt. Für den der Kassiererin im Supermarkt gewiss nicht mehr: Ihre Tätigkeit ist schon längst durch Scanner voll automatisierbar. Das gilt auch für die Arbeiter am Fließband der Autoindustrie: Roboter ersetzen sie immer stärker. Die erforderliche Umstrukturierung der Berufswelt hängt aber mit psychosozialen Aspekten zusammen: Sie muss für die Menschen begreifbar und zumutbar sein. Deswegen zum Beispiel finden Sie noch Kassiererinnen im Supermarkt. Auch dazu forschen Arbeitsmarktexperten: Welches Tempo des Wandels ist für die Menschen verkraftbar, welche älteren Arbeitnehmer gehen mit Blick auf den gesellschaftlichen Nutzen besser früher in Rente? Wann und wie weitgehend beginnen die Änderungen von schulischen Lerninhalten, Berufsbildern und Studiengängen, um die Arbeitswelt fit für die Zukunft zu machen? An dieser Stelle geraten die sozialen Sicherungssysteme ins Blickfeld von Arbeitsmarktexperten.Welche Reformen benötigen zum Beispiel Kranken- und Rentenversicherung, um in einer veränderten Arbeitswelt zukünftig ihre Aufgaben zu erfüllen? Das fängt bei der Beitragsgestaltung wie der Verteilung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern an. Es geht weiter bis zu der Diskussion, ob die staatliche Rentenversicherung auch Beamte und Freiberufler aufnimmt.

 

Arbeitsmarktexperten zählen zu den Beratungsgremien

Die Bundesregierung stützt sich bei ihren Entscheidungen auf verschiedene Beratungsgremien. Dazu gehören unter anderem der Deutsche Ethikrat oder der Sachverständigenrat für Umweltfragen. In diesen Zusammenhang ordnen sich auch die Arbeitsmarktexperten ein. Letztere setzt die Bundesregierung ein, um zum Beispiel Fakten zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu bekommen. Die Arbeitsmarktexperten informieren auch darüber, welche Auswirkungen die Migrationsbewegungen nach Deutschland auf die Berufswelt haben: Die wiederum hängen zusammen mit völlig anderen kulturellen und religiösen Vorstellungen. Deswegen gibt es Integrationskurse, in denen der Sprachunterricht neben der politisch-gesellschaftlichen Bildung einen zentralen Baustein darstellt.

 

Zu den Arbeitsmarktexperten der Bundesregierung zählen und zählten unter anderem:

  • Herbert Brücker: Er ist der Leiter des Forschungsbereichs Internationale Vergleiche und Europäische Integration, angesiedelt beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit. Brücker forscht zur demographischen Entwicklung und plädiert für den Zuzug qualifizierter Migranten, um Wohlstandsniveau und Sozialsysteme in Deutschland zukunftssicher zu machen
  • Klaus F. Zimmermann, Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Auch er spricht sich für einen sinnvollen, geregelten Zugang qualifizierter Migranten aus
  • Detlef Scheele, seit April 2017 Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, ist ein wichtiger Arbeitsmarktexperte und Ratgeber der Bundesregierung. Das gilt auch für seinen in den Ruhestand verabschiedeten Vorgänger Frank-Jürgen Weise. Das Kabinett entscheidet über die Benennung auf Vorschlag des Verwaltungsrates der Arbeitsagentur.
  • Rudolf Dreßler war ein ganz wichtiger Arbeitsmarktexperte zu Zeiten von Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete (1980 – 2000) war unter Schmidt Staatssekretär im Arbeitsministerium.

 

Arbeitsmarktexperten sind wichtig für die politischen Entscheidungsträger, weil sie auf zukünftige Herausforderungen hinweisen. Damit ermöglichen sie dem Gesetzgeber, rechtzeitig auf Veränderungen des Arbeitsmarktes zu reagieren. Sind Wohlstand oder auch nur durchschnittliche, soziale Absicherung und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für immer mehr Menschen auf Dauer bedroht, zerfällt eine Gesellschaft. Und es ist vor allem der Arbeitsmarkt, der Wohlstand, soziale Sicherheit und persönliche Entwicklungsperspektiven garantiert.

 

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