Harter Wettbewerb, eingefrorene Budgets oder gar Einstellungsstopps – wenn die wirtschaftliche Wetterlage ungemütlich wird, steht das Employer Branding in vielen Unternehmen als Erstes auf dem Prüfstand. Doch ist es klug, jetzt die Segel zu streichen?
Unser CSMO Jakob Osman war kürzlich zu Gast im HR/IT Talk Podcast von projekt0708, um genau darüber zu sprechen. Gemeinsam mit den Hosts Sabrina Aschenbrenner und Jörg Ehrlich hat er beleuchtet, warum klassische Recruiting-Strategien in der Krise oft versagen und wie Sie ihre Arbeitgebermarke stattdessen krisenfest aufstellen.
Employer Branding ist keine „Schönwetter-Disziplin“
Lange Zeit galt Employer Branding als die Kür – etwas, das wir machen, wenn es uns gut geht und das Budget locker sitzt. Aber aktuell ist das Gegenteil der Fall. In unsicheren Zeiten schauen Kandidat:innen und Mitarbeitende ganz genau hin. Wer jetzt verstummt, verliert nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch Vertrauen.
Unser Learning: Echtes Employer Branding beweist sich dann, wenn es schwierig wird. Es geht nicht um bunte Bilder, sondern um die Frage: Wie gehen wir als Arbeitgeber mit Herausforderungen um?
Die drei Strategien in der Krise
Im Interview wurden drei typische Reaktionsmuster von Unternehmen identifiziert:
- Der Rückzug: Alle Aktivitäten werden eingestellt. Das Risiko? Wenn der Markt sich erholt, fängst du bei Null an und hast den Anschluss an die Talente verloren.
- Die Antizykliker: Unternehmen, die jetzt bewusst investieren, um Marktanteile und die besten Köpfe zu gewinnen, während der Wettbewerb schläft.
- Der Fokus auf „Critical Talents“: Anstatt mit der Gießkanne zu arbeiten, konzentriert man sich gezielt auf die Rollen, die für das Überleben und das künftige Wachstum entscheidend sind.
Vertrauen entsteht durch echte Einblicke
Kandidat:innen entscheiden heute schneller denn je, ob ein Unternehmen zu ihnen passt. In einer Krise suchen sie vor allem Sicherheit und Glaubwürdigkeit. Hochglanz-Kampagnen treten hier in den Hintergrund. Was zählt, sind echte Geschichten von echten Menschen.
Vertrauen entsteht nicht allein über die Karriereseite, sondern durch die Menschen, die für das Unternehmen stehen. Zeigen Sie ihr Team, sprechen Sie über die Realität und seien Sie transparent – auch wenn nicht alles perfekt läuft.
Vom Recruiting zum Retention Branding
Wenn Neueinstellungen pausieren, verschiebt sich der Fokus nach innen. Employer Branding ist immer auch Innenmarketing. Wie fühlen sich die Kolleg:innen gerade? Werden sie mit ihren Sorgen abgeholt? Eine starke Arbeitgebermarke sorgt dafür, dass die Identifikation im Team hoch bleibt, auch wenn der Wind von vorne bläst.
Fazit: Jetzt die Weichen stellen
Die Krise wirkt wie ein Spiegel für die Unternehmenskultur. Unternehmen, die jetzt authentisch bleiben und den Dialog mit Talenten – intern wie extern – aufrechterhalten, werden als Gewinner aus der Situation hervorgehen.
Sie möchsten tiefer in das Thema eintauchen? Dann hören Sie sich unbedingt die komplette Podcast-Folge an.
