Personalmarketing und Employer Branding in Hannover

  • 26. Juni 2017
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Hannover gehört zu den attraktivsten Standorten für Arbeitgeber in Deutschland. Die wirtschaftlich starke Region bietet für Arbeitnehmer und Arbeitgeber viele spannende Vorteile. Wie sollte man also den regionalen Employer Brand aufbauen? Wir haben es uns angesehen.

 

Hannover, Landeshauptstadt Niedersachsens und Herz der gleichnamigen Wirtschaftsregion hat 532.163 Einwohner und beheimatet über 34.000 Betriebe. Darunter befinden sich namenhafte Industrieunternehmen wie Continental oder die Nutzfahrzeuge Fertigung von Volkswagen aber auch große Dienstleistungsunternehmen wie das Klinikum Region Hannover (KRH). Ein Großteil der Einwohner umliegender Städte und Gemeinden pendelt täglich zur Arbeit nach Hannover. Damit beheimatet die Stadt in der Region die meisten Arbeitgeber, die untereinander im Wettbewerb um die geeigneten Arbeitnehmer stehen. Von diesem Wettbewerb profitieren alle, die Zahl der offenen Stellenangebote und die Zahl der Arbeitslosen gehen kontinuierlich zurück.

Ein Grund dafür: die Betriebe werben zum Teil fleißig über Online Jobportale. Das größte der Region, HAZ-Job.de, bietet aktuell 22.130 offene Stellen an (Stand 2017) bei einer Gesamtzahl von 300.000 Arbeitnehmern im Raum Hannover von denen etwa 43.000 Arbeitssuchend sind kommen so theoretisch auf jede Stelle zwei Arbeitssuchende.

 

Die Schwergewichte der Region

Die drei größten Unternehmen, die in der IHK Hannover eingetragen sind, machen bei der schieren Menge der offenen Stellen nicht den Mammutanteil aus. So sucht der größte Arbeitgeber der Region, VW Nutzfahrzeuge (rund 15.000 Beschäftigte), aktuell (2017) nur 41 Angestellte, darunter vor allem Praktikanten. Das Klinikum Region Hannover rangiert mit 8.500 Beschäftigten dahinter und sucht derzeit 58 Fachkräfte. Die Nummer drei der Region Continental sucht immerhin 149 neue Mitarbeiter für Ihren Hauptsitz in Hannover. Somit gibt es im Wettbewerb um qualifizierte Bewerber unter den vielen Betrieben keine wirklichen Schwergewichte.

 

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Eine Sonderposition in seinem Berufssektor nimmt das Dienstleistungsunternehmen Klinikum Region Hannover ein. Mit seiner schieren Größe und den insgesamt 10 Krankenhäusern des Verbundes hat es in der Krankenpflege ein Arbeitgebermonopol. Eine Unterbesetzung des sonst dringend gesuchten Pflegepersonals ist nicht zu erkennen. In 10 Krankenhäusern werden insgesamt nur 13 Pflegekräfte gesucht. Dafür sucht das Unternehmen vor allem ärztliches Personal. Zur Ansprache dieser akademischen und fortschrittlichen Zielgruppe könnte das Unternehmen seine Social Media Präsenzen auf LinkedIn und Xing weiter ausbauen. Diese beiden Profile werden allerdings nicht ausreichend genug mit Content bespielt und die auf der Website ausgeschriebenen Stellenanzeigen sucht man ebenfalls vergebens. Der Bewerber muss sich umständlich auf der Homepage des Unternehmens zu einer PDF Stellenanzeige durchklicken, auf die er sich dann per Mail oder per Post bewerben kann. Die Benefits der Employer Brand des Arbeitgebers werden auf der Website ebenfalls nicht dominant genug präsentiert.

Bei den beiden Industrieunternehmen ist der Wettbewerbsdruck um die Fachkräfte deutlich zu spüren. Anders als beim Klinikum Region Hannover sind die Auffindbarkeit der Stellenangebote sowie die Candidate Journey optimiert worden. Die Xing und LinkedIn Profile sind mit Jobangeboten gefüllt und die Möglichkeit sich über ein Onlineformular zu bewerben ist gegeben. Bei Volkswagen ist zur Bewerbung lediglich eine Registrierung auf der firmeneigenen Karrierewebsite notwendig. Damit baut das Unternehmen sofort Kontakt zu den Interessenten auf und kommuniziert seine aktuellen Jobangeboten direkt an die Zielgruppe.

 

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Und auch wenn VW insgesamt im Vergleich zu anderen Industriebetrieben seine Arbeitgeberattraktivität nach dem Abgasskandal leicht eingebüßt hat, brauch sich das Unternehmen über Fehler in der Kommunikation seiner Employer Brand keine Gedanken zu machen. Wie das Jobbewertungsportal Kununu zeigt gilt VW Nutzfahrzeuge weiterhin als einer der Top Arbeitgeber in der Region.

 

Die Stadt als Arbeitgeber

Neben den vielen Betrieben sucht auch die Stadt Hannover nach Angestellten. Aktuell arbeiten über 11.000 Leute bei der Stadt. Damit zählt die Stadt ebenfalls zu einem der großen Arbeitgeber in der Region. Auf den ersten Blick spricht die Stadt über ihre Homepage vor allem Touristen und Einwohner an und liefert aktuelle Nachrichten und Veranstaltungstipps aus der Region. Wer sich länger auf der Website aufhält, wird dann über einige Umwege auch auf die Rubrik „Region Hannover als Arbeitgeberin stoßen“. Darin bekommt man eine recht umfassende Präsentation des Arbeitgebers Hannover und der Unternehmens- und Führungskultur. Auch die Benefits wie berufliche Chancengleichheit, Work-Life Balance und das betriebliche Gesundheitsmanagement werden hier ausführlich kommuniziert.

Die Jobbörse ist ebenfalls in die Homepage integriert und bietet für jedes Stellenangebot die Möglichkeit der Onlinebewerbung an, was die Candidate Journey optimiert. Aktuell sucht die Stadt auf diesem Weg in 10 offenen Angeboten nach geeigneten Bewerbern. Leider präsentiert sie ihre freien Stellen nicht zusätzlich über prominentere Jobportale wie Indeed, Meinestadt oder HAZ-Job.de, was die Reichweite der Stellenangebote deutlich einschränkt. Die Stadt Hannover hat als fortschrittlicher Arbeitgeber ein LinkedIn Profil. Aber auch dort befinden sich keine offenen Stellenangebote. Die Stadt sollte an der Distribution seiner durchaus attraktiven Angebote im öffentlichen Dienst arbeiten um sich beim War for Talents gegenüber den Wettbewerbern aus der Wirtschaft behaupten zu können.

 

Zusammenfassung

Viel Auswahl für den Arbeitnehmer, hoher Konkurrenzkampf unter den Arbeitgebern um eine hohe Zahl potenzieller Bewerber. Hannover sitzt wirtschaftlich fest im Sattel, ist Standort einiger großer Industriebetriebe, beheimatet aber auch eine Vielzahl kleinerer mittelständischer Unternehmen. Um aus der Masse herauszuragen, ist es für einen Arbeitgeber in Hannover wichtig eine übersichtliche und optisch ansprechende Karriereseite, oder Karriererubrik mit Stellenbörse auf der Homepage zu haben. Die Recherche bei den drei großen Unternehmen und der Stadt zeigt, dass alle Arbeitgeber sich selbst auf diese Weise präsentieren, um ihre Stellen zu besetzen. Dabei lassen sich aber qualitative Unterschiede ausmachen. Von der Möglichkeit eines Online-Bewerbungsformulars mit Stellenausschreibungen auf LinkedIn und Xing bis hin zu Stellenangeboten, die man nur auf der Website des Unternehmens findet und auf die man sich per Anschreiben bewerben muss, ist das komplette Spektrum aller Möglichkeiten vorhanden. Wichtig für die Unternehmen in der Region ist es, mit ihren Stellenangeboten gefunden zu werden. Hier herrscht vor allem bei der Stadt als Arbeitgeber Nachholbedarf.

 

  •     Volkswagen Nutzfahrzeuge, 15.000 Beschäftigte
  •     Klinikum Region Hannover (KRH), 8.500 Beschäftigte
  •     Continental, 7.800 Beschäftigte

 

Auf der größten Jobbörse Hannovers HAZ-Job.de sind aktuell 22.130 Stellen ausgeschrieben. 7.479 verfügbare Jobs in Hannover auf Indeed Deutschland.

 

Kennzahlen

Die Stadt erwirtschaftete 2012 ein Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen von insgesamt 29.551,5 Mio. Euro, dies entspricht 74.822 Euro je Erwerbstätigem. 2012 betrug die Bruttowertschöpfung zu Herstellungskosten 26.452,6 Mio. Euro, was 66.976 Euro je Erwerbstätigem entspricht

Etwa 300.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiteten 2014 in der Stadt. Davon hatten etwa 189.000 ihren Erstwohnsitz in Hannover. Während 54.285 Pendler die Stadt verlassen, kommen täglich 164.892 Pendler in die Stadt. Dies ergibt einen Pendlersaldo von etwa 111.000.

Die Stadt beheimatete Anfang 2014 insgesamt 34.198 Betriebe (Mitglieder der IHK Hannover) ohne die 3.633 unselbständigen Betriebsstätten, davon waren 9.342 im Handelsregister eingetragen und 24.856 Kleingewerbebetriebe.[62] Damit beheimatet die Stadt Hannover mehr als die Hälfte aller im Handelsregister eingetragenen Betriebe der Region Hannover (gesamt: 17.485)[63] und die Hälfte aller nicht im dort eingetragenen Betriebe in der Region Hannover (gesamt: 49.081).[64] In der Stadt sind 2015 zudem 5.110 Handwerksbetriebe mit 30.759 Mitarbeitern und einem Umsatz von 2,05 Mrd. Euro angesiedelt.[65]

 

Die größten Arbeitgeber in Hannover sind unter anderem:

 

  •     Volkswagen Nutzfahrzeuge, 15.000 Beschäftigte
  •     Klinikum Region Hannover (KRH), 8.500 Beschäftigte
  •     Continental, 7.800 Beschäftigte
  •     Medizinische Hochschule Hannover (MHH), 7.600 Beschäftigte
  •     Nord/LB mit Deutsche Hypothekenbank, 4.000 Beschäftigte
  •     Sparkasse Hannover einschl. Tochterunternehmen, 2.900 Beschäftigte
  •     Talanx, 2.500 Beschäftigte
  •     WABCO, 2.500 Beschäftigte

 

Daneben in der Region Hannover beschäftigte die Deutsche Bahn rund 5.500 Mitarbeiter und die Deutsche Post DHL rund 4.400 Mitarbeiter.

In Hannover haben verschiedene Industriebetriebe ihren Sitz, unter anderem der Automobilzulieferer und DAX-Konzern Continental AG, die Volkswagen Nutzfahrzeuge, der Fahrzeugsystemhersteller WABCO, der Baumaschinenhersteller Komatsu Hanomag, das Johnson Controls-Werk für Starterbatterien (früher VARTA), der Touristikkonzern TUI und der Schleifmittelhersteller VSM Vereinigte Schmirgel- und Maschinen-Fabriken. Die Lebensmittelindustrie ist mit Bahlsen, Harry-Brot und den Brauereien Gilde Brauerei und Herrenhäuser Brauerei vertreten. Die Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Zementindustrie bei Hannover ist Schwerpunkt der niedersächsischen Zementproduktion. Ihr Zentrum liegt im Stadtteil Misburg-Süd und benachbarten Orten.

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