Personalmarketing Instrumente: Übersicht und Maßnahmen

  • 18. März 2019
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Personalmarketing zielt darauf ab, offene Stellen schnell zu besetzen. Dazu nutzen Firmen Methoden, die aus dem Marketing bekannt sind. Sie präsentieren sich im Social Web, auf der eigenen Webseite oder bei Events. Allerdings mit dem Ziel, nicht die eigenen Produkte, sondern sich selbst als Arbeitgeber „zu verkaufen“. Ein Überblick über die gängigsten Personalmarketing Instrumente.

 

 

Wer passgenaues Personalmarketing betreiben möchte, muss sich zunächst mit dem Begriff selbst auseinandersetzen und wissen, worum es dabei geht. Personalmarketing zielt darauf ab, potenzielle Mitarbeiter anzuwerben. Hierfür gibt es spezielle Instrumente, die dabei helfen, bei Kandidaten Begeisterung auszulösen. Im Allgemeinen empfiehlt es sich nicht, die Personalmarketing Instrumente, die zum Einsatz kommen sollen, nach dem Gießkannenprinzip auszusuchen.

 

Aus zwei Gründen:

  1. Es besteht die Gefahr, die Zielgruppe nicht zu erreichen, weil sie sich nicht auf dem ausgewählten Kanal tummelt.
  2. Die Streuverluste sind zu hoch für das eingesetzte Budget.

 

Daher sollten Arbeitgeber im Rahmen einer Zielgruppenanalyse zunächst genau auswählen, welche Methoden zu den avisierten Talenten passen und welche nicht.

 

Welche Personalmarketing Instrumente gibt es?

Soweit, so gut. Aber welche Personalmarketing Instrumente gibt es nun? Da wäre zum Beispiel das Hochschulrecruiting. Dieses Personalmarketing Instrument nimmt Hochschulabsolventen ins Visier. Vereinfacht gesagt, geht es darum, mit Absolventen verschiedener Fachbereiche in direkten Kontakt zu kommen. Zum Beispiel über eine Kooperation mit Hochschulen, innerhalb der vielversprechende Talente als Praktikanten vermitteln werden oder über Jobmessen, die an speziellen Karrieretagen direkt an der Uni stattfinden.

Wer nicht explizit Hochschüler ansprechen möchte, für den lohnt sich als Personalmarketing Instrument auch die Teilnahme an allgemeinen Karrieremessen. Diese sind zum Beispiel für Arbeitgeber, die Auszubildende suchen, eine tolle Möglichkeit, um mit ihnen in Kontakt zu kommen. Abhängig von der Ausrichtung einer Karrieremesse lassen sich hier die unterschiedlichsten Talente treffen.

Die Direktansprache von Talenten genießt erst eine gesteigerte Popularität als Personalmarketing Instrument, seitdem sich der Fachkräftemangel in Deutschland so enorm zuspitzt. Jetzt, da es Firmen immer schwerer haben, an Kandidaten heranzukommen, erweitern sie ihr Repertoire, mit dem sie für sich werben, sukzessive.

 

Stellenanzeige – das klassische Personalmarketing Instrument

Das heißt aber nicht, dass die klassischen Personalmarketing Instrumente wie die Schaltung von Stellenanzeigen auf Jobportalen oder der eigenen Karriereseite nicht genauso intensiv eingesetzt würden. Sie sind nur um weitere Kommunikationstools ergänzt worden. Tatsächlich gehören laut der Studie Recruiting Trends der Universität Bamberg Internet-Stellenbörsen wie StepStone und Monster sowie die eigene Unternehmenswebseite nach wie vor zu den Top Recruiting-Kanälen.

Das hat sich nicht verändert. Was sich allerdings verändert hat, ist, wie etwa Stellenanzeigen daher kommen. Sie sind fast schon designt wie eine Homepage im Miniformat. Immer mehr Unternehmen setzen außerdem auf responsives Design, das die optimale Darstellbarkeit auf Mobilgeräten gewährleistet und bieten hier gezielt die Informationen, die Kandidaten nachweislich am meisten interessieren.

 

Zu diesen so genannten Attraktivitätsmerkmalen zählen etwa:

  • Home-Office
  • Flexible Arbeitszeitmodelle
  • Work-Life-Balance Angebote
  • Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Ein gutes Arbeitsklima
  • Ansprechende Gehälter

 

Abwechslungsreicher Medienmix

Dass sich in dem Bereich viel getan hat, kommt nicht von ungefähr. Da sich Kandidaten heute aussuchen können, bei wem sie arbeiten, ist es umso wichtiger, ihnen zu zeigen, warum es sich lohnt, sich gerade bei diesem Unternehmen zu bewerben. Sei es, weil die Teamkultur so herausragend ist oder weil die Arbeitsplatzgestaltung keine Wünsche offenlässt.

Analoges gilt auch für Karrierewebseiten. Arbeitgeber haben erkannt, dass diese einer der zentralen Anlaufpunkte für alle potenziellen Mitarbeiter ist. Egal ob Interessenten über eine Stellenanzeige, über Freunde und Bekannte, über soziale Netzwerke oder einen Personalberater auf ihr Unternehmen aufmerksam geworden sind – der logische nächste Schritt, um sich über einen Arbeitgeber zu informieren, ist die Unternehmens-Website.

 

Hier müssen Unternehmen hinterfragen:

  • Finden Kandidaten wirklich alle Informationen, die sie benötigen?
  • Vermittelt das Unternehmen überzeugende Argumente, warum umworbene Fachkräfte sich ausgerechnet bei ihm bewerben sollten?
  • Ist die Nutzerführung auf der Karriereseite gezielt auf eine Bewerbung ausgerichtet?

 

Best Practice Beispiel Google

Wie es geht, sich perfekt ins rechte Licht zu setzen, machen Arbeitgeber wie Google schon lange vor. Um die Besten der Besten anzuheuern, wuchert der Techgigant in all seinen Personalmarketing Kanälen gegenüber über potenziellen Talenten nur so mit seinen außergewöhnlichen Arbeitsbedingungen – in Text, Bild, Ton und Bewegtbild.

Ein Arbeitsplatz bei Google gilt unter Techies als der Traum-Job schlechthin. Zum Beispiel dank der lichtdurchfluteten Büros mit Tischtennisplatten und den Schlafkabinen für den Nap zwischendurch. Außerdem gibt es kostenloses Frühstück, Mittag- und Abendessen,  Fitnessstudios und Yoga-Kurse in den Gebäuden und, und, und.

 

Beispiel Personalmarketing über Google Textanzeigen

 

Personalmarketing Instrument: Social Media

Mit Impressionen dazu hält sich Google auch auf seinen Social Media Kanälen nicht zurück, die sich auch für andere Unternehmen zu einem wertvollen Personalmarketing Instrument entwickelt haben. Aus gutem Grund. Immer mehr Kandidaten nutzen Social Media, um nach Stellenanzeigen zu suchen und Informationen über Unternehmen einzuholen.

Den Einsatz von Social Media in der Personalgewinnung bewerten laut der Studie Recruiting Trends etwa drei Viertel der Top-1.000- Unternehmen als positiv. Vor sieben Jahren, als der Trend für die Personalbeschaffung noch neu war, konnte ihm nur die Hälfte der Befragten Positives abgewinnen.

 

Personalmarketing Instrument: Talent-Pools

Auch Talent-Pools sind zu einem wichtigen Personalmarketing Instrument geworden. Als Talent-Pool werden Datenbanken bezeichnet, in denen ein Unternehmen die Profile interessanter Kandidaten speichern und mit ihnen konsequent Kontakt halten. Zum Beispiel, indem sie sie über passende Vakanzen informieren oder ihnen News aus dem Unternehmen zukommen lassen, die sie interessieren könnten.

Auch sprechen sie immer wieder Einladungen zu firmeninternen Veranstaltungen aus, die auch für externe Talente spannend sind. Auf diese Weise entsteht Bindung. Findet sich eines Tages eine passende Vakanz für das passende Talent, entscheidet sich dieses hoffentlich schneller für das Angebot und muss nicht langwierig überzeugt werden. Soweit die Idee dahinter.

 

Passgenaue Auswahl der eigenen Personalmarketing Instrumente

Fazit: Ein erfolgreiches Recruiting hängt von der passgenauen Auswahl der eigenen Personalmarketing Instrumente und nicht zuletzt von den richtigen Argumenten ab. Besonders wichtig dabei: Der Arbeitgeber sollte sich stets authentisch und ehrlich präsentieren. Denn Schönfärbereien verzeihen Kandidaten nicht.

Fliegen diese nicht bereits im Vorstellungsgespräch auf, dann doch spätestens in der Probezeit. Hier kann es passieren, dass Arbeitnehmer schnell wieder ihre Koffer packen. Schließlich können sie sich in der derzeitigen Arbeitsmarktsituation ihre Arbeitgeber aussuchen. Da nutzen auch die besten Personalmarketing Instrumente nichts.

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