Employer Branding in der Unternehmensberatung

  • 18. Februar 2019
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Deutsche Konzerne suchen für viel Geld nach Spezialisten. Dafür engagieren nicht selten eine Unternehmensberatung, zu deren Dienstleistungen neben vielen anderen Leistungen auch das Headhunting gehört. Der Fachkräfteengpass beschert der Beraterbranche aktuell glänzende Geschäfte. Doch etwas trübt die Euphorie. Der Beraterbranche selbst mangelt es an Talenten. Lässt sich das Blatt mit einem durchdachten Employer Branding wieder wenden?

 

Unternehmensberatungen helfen Organisationen dabei, sich strategisch so aufzustellen, dass sie zukunftsfähig bleiben. Unternehmensberater, auch Consultants genannt, stehen Firmen aus den unterschiedlichsten Bereichen konzeptionell zur Seite.

 

Sie helfen ihren Klienten Fragen zu beantworten wie:

  • Expansion – ja oder nein?
  • Wie lässt sich die Entwicklung eines neuen Geschäftsfeldes steuern?
  • Wie lässt sich eine konstante Gewinnmaximierung erzielen?

 

Die Suche nach dem perfekten Talent

Last but not least suchen Unternehmensberater für ihre Kunden auch nach perfekt geeignetem Personal – zum Beispiel, wenn es um die Besetzung hochkarätiger Expertenstellen geht. Doch nun droht der Branche selbst das Personal auszugehen. Der vielzitierte „War for Talents“ ist auch in der Unternehmensberatung angekommen.

Das ist fatal. Denn immerhin lebt die Unternehmensberatung wie kaum eine andere Branche von den Arbeitnehmern, die für sie arbeiten. Hier lässt sich nichts – wie in anderen Bereichen – an den Computer auslagern und automatisieren. Gefragt sind fast ausschließlich menschliche Analyse- und Beratungskompetenzen.

 

Fachkräftemangel in der Unternehmensberatung

Daher ist es in der Unternehmensberater-Szene absolut erfolgsentscheidend, jederzeit über eine stabile Personaldecke zu verfügen. Ansonsten können Kundenanfragen nicht angemessen betreut werden und wirtschaftliches Wachstum bleibt aus. Im schlimmsten Fall ist die Wettbewerbsfähigkeit bedroht.

Immer mehr Unternehmen der Branche initiieren daher Employer-Branding Projekte. Ziel ist es, das eigene Arbeitgeberimage zu stärken und potenzielle Talente auf sich aufmerksam zu machen. Und das möglichst kontinuierlich. So können bestehende Vakanzen hoffentlich auch in Zukunft mit den richtigen Leuten ohne nennenswerte Verzögerungen besetzt werden.

 

Karriere bei McKinsey

 

Eine prägnant positionierte Arbeitgebermarke ist das A und O

Soweit die Theorie. In der Praxis setzt das allerdings eine sorgfältig aufgebaute und prägnant positionierte Arbeitgebermarke voraus. Dabei ist im ersten Schritt eines ganz wichtig: Die Analyse. Employer Branding gelingt nämlich nur, wenn sich ein Unternehmen gegenüber potenziellen Kandidaten so präsentiert, wie es auch wirklich ist. Schönfärbereien fliegen irgendwann auf und führen in der Tendenz zum Abbruch einer Bewerbung.

Dem kann eine Unternehmensberatung vorbeugen, indem sie sich von vornherein authentisch gibt. Eine Stärken-Schwächen-Analyse gibt darüber Aufschluss, mit welchen Argumenten Kandidaten sich im Rahmen einer Employer Branding Kampagne über zielgruppengerecht ausgewählte und gestaltete Kanäle wie eine eigene Karrierewebseite, Social Media  Präsenzen oder Karriere-Events von einer Unternehmensberatung begeistern lassen.

 

Vorteile betonen, Nachteile nicht verheimlichen

Unternehmensberatungen können zum Beispiel im Gegensatz zu anderen Arbeitgebern in der Regel mit sehr guten Karriereperspektiven und einer überdurchschnittlichen Vergütung punkten. Auch abwechslungsreiche Einsätze beim Kunden, passgenaue Weiterbildungsangebote, flexible Arbeitszeiten und Home-Office Angebote sind Faktoren, die Kandidaten begeistern. Ebenso kommen ein gutes Klima im Unternehmen und flache Hierarchien gut an. All das muss zum Beispiel in Stellenanzeigen, im Direktkontakt mit Kandidaten, im eigenen Mitarbeiterblog und auf den Unternehmensseiten auf Facebook und Co. betont werden.

Zur Authentizität gehört aber noch etwas anderes: Nicht zu verschweigen, wo die Schattenseiten liegen. Denn die Arbeit bei einer Unternehmensberatung hat auch ihren Preis: Unternehmensberater arbeiten meistens beim Kunden vor Ort und sind daher nicht selten fünf Tage in der Woche unterwegs.

 

Unternehmensberater: Immer unterwegs

„Wer für sein Beratungsunternehmen jeden Abend hunderte von Kilometern vom Wohnort entfernt in einem Hotel verbringt, stellt sein privates Umfeld auf eine harte Belastungsprobe. Work-Life-Balance? Fehlanzeige!“, beschreibt etwa Unternehmensberater Gunther Wolf den Arbeitsalltag in einem Blogpost.

Ein Employer Branding mit Authentizitätsfaktor sollte diese Aspekte nicht unter den Tisch kehren. Natürlich sollten Unternehmensberatungen hier aber auf eine Darstellung in Wort, Schrift und Ton setzen, mit der sie potenzielle Bewerber nicht von vornherein vergraulen. Eine Employer Branding Agentur kann unterstützen, wenn einem Arbeitgeber hier die richtigen Worte fehlen.

 

Employer Branding Agentur findet die richtigen Worte

Sie weiß das vermeintlich Negative in gefällige Worte zu kleiden und sucht zum Beispiel „nach top motivierten Consulting-Durchstartern, die Lust darauf haben, ganz Deutschland oder die Welt kennenzulernen und sich nicht scheuen, auch zeitlich mal eine Extrameile zu gehen“. Klingt doch schon ganz anders als „nie zuhause“, „viel zu viele Überstunden“ und „regelmäßige einsame Abende im Hotel“, oder?

Wichtig: Employer Branding findet aber nicht nur extern statt, um neue Kandidaten anzuwerben. Es ist auch eine interne Angelegenheit. Beim internen Employer Branding geht es darum, an den richtigen Stellschrauben zu drehen, damit Mitarbeiter sich möglichst wohl im Unternehmen fühlen und möglichst lange bleiben.

 

Female Consulting Programm bei Oliver Wyman

 

Unternehmensberatungen kämpfen mit erhöhter Fluktuation

Das ist gerade für Unternehmensberatungen wichtig. Denn nicht selten haben sie im Vergleich zu anderen Arbeitgebern mit einer erhöhten Fluktuation zu kämpfen. Der kritische Punkt ist meist die Zeit, in der sich Consultants in der Familiengründungsphase befinden. Für viele Frauen und Männer wird der Spagat zwischen Beruf und Familie dann einfach zu groß. Wer lässt den Partner schon gern ständig mit dem Nachwuchs allein zuhause?

In dieser Zeit orientieren sich Consultants häufig um. Was ihnen die Sache erleichtert: Sie haben inzwischen so viele Kontakte zu Kunden geknüpft, die sie immer wieder auf offene Posten in ihrem Unternehmen ansprechen. Da gelingt der Absprung leicht.

 

Virtuelle Arbeitseinsätze beim Kunden

Insofern ist es wichtig, im Rahmen des internen Employer Brandings Maßnahmen zu schaffen, die Mitarbeiter in einer solchen kritischen Zeit an das Unternehmen binden. Zum Beispiel, durch das Angebot virtueller Arbeitseinsätze beim Kunden.

Der Consultant erledigt die Arbeit einfach von seinem Büro remote über seinen Computer, indem er sich über eine gesicherte Verbindung beim Kunden einloggt. Auch der Austausch stellt kein Problem dar. Meetings können schließlich heutzutage problemlos via Videoschalte durchgeführt werden. Fast, als säße man im gleichen Raum. Im Endeffekt funktionieren die Abläufe, als wäre der Berater vor Ort, dieser hat aber genügend Zeit für seine Liebsten. So sind alle happy. Ende gut, alles gut.

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