Dark Mode – Auch im Employer Branding sinnvoll?

  • 27. Januar 2020
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Spätestens seit Herbst 2019 ist der Dark Mode (aka. Nachtmodus) nicht mehr wegzudenken. Mit einer Einstellung an Computer, Smartphone und Co. verändert sich die Bildschirmoberfläche durch Reduzierung der Weißanteile und passt sich an eine dunkle Umgebung an. Anstatt dunkler Schrift auf hellen Hintergründen sehen wir das Interface in heller Schrift auf dunklen Hintergründen.

Auf den Spuren dieses Trends gilt es, herauszufinden, ob der Dark Mode auch im Personalmarketing und Employer Branding eine bedeutsame Rolle einnehmen kann.

 

Was bringt der Dark Mode?

Nicht nur Apple und Microsoft haben den Nachtmodus auf ihren Betriebssystemen eingeführt. Auch viele Browser und sogar Webseiten ermöglichen den Wechsel zur dunklen Variante. Die Vorteile, die der Dark Mode verspricht, lassen sich nicht zu 100 Prozent wissenschaftlich nachweisen, es gibt jedoch viele Nutzer, die auf die Vorteile des Nachtmodus schwören:

  • Der verminderte Lichteinfall ist für die Augen entspannend. Der Fokus auf die eigentliche Aufgabe am Bildschirm verstärkt sich. Denn wie bei einer Kamera, verengt sich unsere Pupille und es entsteht ein schärferes Bild.
  • Gerade lichtsensible Menschen empfinden die dunkleren Interfaces als angenehmer und können damit auch länger ihre Aufmerksamkeit am Bildschirm aufrechterhalten.
  • Der Dark Mode verringert den Energieverbrauch und spart Akku.

Wir verbringen mehrere Stunden am Tag am Smartphone. Hinzu kommen weitere Stunden an anderen Geräten. Es ist nur logisch, dass damit auch ein guter Teil dieser Zeit in die dunklen Stunden des Tages fällt.

Doch beeinflussen diese neuen Nutzergewohnheiten im Dark Mode auch Karrierewebsites, Intranets, Mitarbeiterapps und Co.?

 

Der Dark Mode im Karrierekontext

Welchen Einfluss ein dunkles Interface in Bezug auf Employer Branding und Personalmarketing hat, lässt sich nicht so leicht beantworten. Zu berücksichtigen ist vor allem der Kontext, in dem eine Webseite, eine Mitarbeiterapp o.ä. genutzt wird. Kontext bedeutet in diesem Falle beispielsweise:

  • Um welche Uhrzeit werden die Webseiten oder Apps aufgerufen und genutzt?
  • Wie hell ist die Umgebung?
  • Wie sehr wird der Nutzer durch Umgebungsfaktoren abgelenkt? Umgebungsfaktoren können sein: Lärm, Werbung, Unruhe durch Menschenmassen
  • Eine ebenso große Rolle spielt auch das Nutzungsverhalten der Mitarbeiter oder potenziellen Bewerber.

Nicht ganz unwichtig sind in der Hinsicht vor allem auch die Menschen, die man als passiv Suchende bezeichnen würde. Damit sind potentielle Bewerber gemeint, die keine aktive Jobsuche betreiben, generell aber offen für neue Herausforderungen, neue Jobs und neue Arbeitgeber sind.

Passive Kandidaten haben häufig kein spezifisches Interesse an einer ausgeschriebenen Stelle. Sie zeigen jedoch Interesse an verschiedenen Themen oder sogar bestimmten Arbeitgebern. Sie kommen dann in Kontakt mit Karrierewebseiten und Co., wenn sie beispielsweise gemütlich zuhause oder morgens und abends auf dem Arbeitsweg in der Bahn mit dem Smartphone surfen. Und wir alle kennen den Moment, in dem uns das harte, weiße Licht unseres Smartphones blendet und gefühlt die Augen verbrennt.

Gerade bei dieser Art des ungezielten Suchens kann der Dark Mode den Vorteil bringen, die Konzentration der Interessenten zu erhöhen und ihren Fokus auf bestimmte Inhalte einer Webseite zu lenken.

 

Das gilt es auf der dunklen Seite zu beachten

Ob Dark Mode oder Light Mode – es bleibt in vielerlei Hinsicht eine persönliche Präferenz und kommt ganz auf den Kontext an. Wichtig ist, egal in welchem Modus, sich auf ein paar Regeln zu berufen, um ausreichende Kontraste und eine ausgezeichnete Lesbarkeit zu erzeugen. Denn der Dark Mode ist nicht nur einfach das invertierte Gegenstück zum Light Mode.

Googles Material Design bietet dazu beispielsweise Empfehlungen und Richtlinien an, die erprobt und erfolgreich sind.

Dark Theme Empfehlungen in Googles Material Design

Googles Material Design gibt Empfehlungen für die Gestaltung des Dark Mode. Beispielsweise rät Material Design davon ab, 100%iges Schwarz zu verwenden, da es für unsere Augen einen zu harten Kontrast bedeutet.

 

Den Dark Mode klug einsetzen

Neben dem Hype um den Dark Mode und allen Trenderscheinungen für User Interfaces ist immer noch zu berücksichtigen, dass der Dark Mode nur einen effektiven Sinn ergibt und tatsächlich mit seinen Vorteilen punkten kann, wenn sich auch der Nutzer vor dem Bildschirm in einer dunklen Umgebung befindet. Im Optimalfall sind Bildschirmhelligkeit und Umgebungshelligkeit stets aufeinander abgestimmt.

Eine Variante ist eine uhrzeitgesteuerte Automatisierung, die den Nutzern die Entscheidung abnehmen kann. Einige Ansätze, wie das in der Umsetzung auch für Webseiten erfolgen kann, findet man bereits im Netz. Das wahre Alleinstellungsmerkmal wird aber sein, den Nutzern die Option der Personalisierung zu ermöglichen. Das bedeutet, dass man den Nutzern eine Wechselmöglichkeit bietet, mit deren Hilfe sie entscheiden können, mit welchem Modus sie arbeiten.

An den Stellen, wo die technische Umsetzung für den Wechsel zwischen Light und Dark Mode noch nicht gegeben ist, muss eine User-Recherche erfolgen. Damit lässt sich herausfinden, zu welchen Zeiten die meisten Zugriffe und mit welchem Ziel erfolgen.

 

Mein Schlusswort

Das dunkle Design ist mit Sicherheit ein frischer Anstrich selbst für altbekannte Designs. Ohne großen Aufwand lassen sich bestehende User Interfaces und Themes anpassen. Durch Veränderung der Farben und Kontraste erscheinen sie so im neuen Look.

Ein wenig Retro-Feeling kommt bei diesem Trend letztendlich doch auf, wenn man sich mal überlegt, wie die ersten Computerinterfaces aussahen. Ursprünglich war der Dark Mode der Default Mode der Computer – die Interfaces erschienen mit grüner Schrift auf schwarzen Hintergründen. Zurückzuführen ist das auf die technischen Möglichkeiten der damaligen Kathodenstrahlröhren.

IBM Computer mit Kathodenstrahlröhrenbildschirm

Der IBM-PC von 1981 mit typischer grüner Schrift auf schwarzem Grund

Ich selbst nutze den Dark Mode gern auf meinem Smartphone und unterwegs. Gerade am Morgen gibt er mir das Gefühl, er stünde auf meiner Seite und schütze mich vor zu viel Licht beim langsamen Wachwerden. Auf der Arbeit bevorzuge ich hingegen den klassischen Light Mode. Damit bin ich jedoch mittlerweile in der Unterzahl bei uns. Erst neulich ist es mir passiert, dass im Meeting ein Kollege entdeckte, wie ich mich durch meine weiße Explorer-Landschaft wühlte. Er fragte mich mit ernst gemeintem Mitleid, ob ich denn nicht wisse, wie man den Dark Mode einstelle und ob er mir helfen könne. Dankend habe ich es verneint. Den Eindruck, damit hinter den Trends zu liegen, habe ich jedoch bis heute.

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